• Roland Gautchi
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  • Georg Thieme Verlag
Erscheinungstermin: 06.02.2013 EUR [D] 129,99 | 2. Auflage Manuelle Triggerpunkt-Therapie

Manuelle Triggerpunkt-Therapie

4 Punkte von Hanna Hohenthal, Physiotherapeutin und 2. Semester Humanmedizin, TU Dresden

Kurzbeschreibung

Das vorliegende Buch "Manuelle Triggerpunkt-Therapie: Myofasziale Schmerzen und Funktionsstörungen erkennen, verstehen und behandeln" ist ein Leitfaden für die Praxis und widmet sich dem "Erkennen, Verstehen und Behandeln" von myofaszial assoziierten Beschwerden.

Der Autor Roland Gautschi ist Physiotherapeut und Senior Instruktor für Triggerpunkt- Therapie bei der IMTT in Zürich.

Das Buch gliedert sich in einen Theorie- oder Grundlagenteil und einen Praxisteil. Im ersten Teil wird das Phänomen myofaszialer Schmerz vorgestellt: unterschiedliche Arten, Häufigkeit und Relevanz von Triggerpunkten. Außerdem wird ein historischer Rückblick über die Entwicklung der Triggerpunktwissenschaft gewährt..

Es folgen Symptome, pathophysiologische Veränderungen und aktuelle Erklärungsmodelle für myofasziale Schmerzen und Bewegungsstörungen.

Im vierten Kapitel erläutert Gautschi ausführlich die Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Untersuchung im Hinblick auf Triggerpunkt assoziierte Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Rahmen des Clinical Reasoning Prozesses.

Die Therapie erfolgt zum einen durch Methoden, die sich auf die Triggerpunkte richten und spezifisch weiterentwickelt wurden.

Auch ergänzende Methoden aus anderen Therapieansätzen, wie z.B. Narbentherapie und Bindegewebsmassage, Muskelrelaxationstechniken und segmentale Stabilisation werden erwähnt. So entsteht ein stimmiges Gesamtkonzept.

Der Autor erläutert die Wirkung der manuellen Triggerpunkt-Therapie auf verschiedenen Ebenen und weist auf Indikationen und Kontraindikationen hin.

Im Praxisteil werden die einzelnen Muskeln und ihre Behandlung ausführlich in Wort und Bild dargestellt.

Das achte Kapitel befasst sich mit der Diagnostik und Behandlung neuro-muskulärer Entrapments, die häufig als Folge von Triggerpunkten zu neuralen Problemen führen.

Eine weitere Vertiefung für den klinischen Alltag bietet das letzte Kapitel, das mit Pain Guides und Screening Tests die häufigen klinischen Bilder zusammenfasst.

Zielgruppe

Das Buch ist geeignet für Studenten in der Klinik und im PJ, für Ärzte aller Fachrichtungen – besonders natürlich in der Orthopädie.

Kompendium ist Latein und bedeutet "Ersparnis" oder "abgekürzter Weg". So stellt dieses Triggerpunkt-Kompendium mit seinem ausführlichem Praxisteil und einem Theorieteil, der auf die klinisch relevanten Zusammenhänge konzentriert ist, gerade nach dem Studium einen wertvollen Beitrag zum professionellen ärztlichen Handeln dar.

Aber ich denke, dass es schon während des Studiums wichtig ist, sich mit diesem Ansatz zu beschäftigen.

Viele der Patienten, die uns später aufsuchen werden, kommen mit dem Hauptsymptom Schmerz zu uns. Eine wissenschaftlich unterbaute und in sich schlüssige Methode wie die Triggerpunkt-Therapie verdient daher unsere Aufmerksamkeit.

Inhalt

Das Buch ist gut verständlich geschrieben und widmet sich ausführlich den Grundlagen, so dass Vorkenntnisse nicht zwingend notwendig sind. Anatomisches und physiologisches Wissen erleichtert jedoch das Verständnis und ermöglicht eine vertiefte Auseinandersetzung.

Die Prometheus Abbildungen, die verwendet werden, sind durch Generationen von Studenten getestet und für gut befunden worden.

Die Triggerpunkt-Therapie impliziert eine Aussparung von nicht-manuellen Ansätzen. Doch ich finde eine detailliertere Auseinandersetzung mit den invasiven Techniken, also dem Dry Needling notwendig.

Für mich gehören diese Techniken zum Konzept der Triggerpunkt-Therapie dazu und sollten dementsprechend integriert werden.

In Deutschland ist es vielen paramedischen Berufen wie z.B. Physiotherapeuten gesetzlich verboten, diese invasive Techniken auszuüben. Das ist ausschließlich Ärzten und Heilpraktikern vorbehalten.

Über den Sinn und Unsinn dieser Gesetze kann man streiten. Diese Verbote erklären jedoch vielleicht die beschränkte Auseinandersetzung von Gautschi mit diesem Thema, der ja auch für den deutschen Markt schreibt.

Die praktischen Anteile sind detailliert dargestellt. Die Theorie ist praxisrelevant verkürzt, worauf ausdrücklich hingewiesen wird. Im Allgemeinen ist meiner Meinung nach eine sinnvolle Balance gelungen, die dem Anspruch dieses Buches gerecht wird.

Didaktik und Aufbau

Das Buch ist didaktisch ansprechend gestaltet. Für Übersicht sorgen eine zusätzliche Auflistung der wichtigsten Muskeln vorne im Buch, Pain Guides (Schmerzführer zu häufigen klinischen Bildern) und ein gut gegliedertes Inhaltsverzeichnis, sowie ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen.

Querverweise, markierte Kernaussagen und Zusammenfassungen ermöglichen eine sinnvolle Orientierung in diesem als Netzwerk konzipierten Buch. Der Aufbau ist schlüssig und macht eine effiziente Nutzung möglich.

Fallbeispiele werden nicht im klassischen Sinne gebracht, jedoch sind die ausführlichen Pain Guides mit ihren klinischen Bezügen als äquivalent zu betrachten.

Relevanz für die örtliche Uni

Trotz der Relevanz des Themas ist die "Manuelle Triggerpunkt- Therapie" kein Buch, mit dem man sich explizit auf eine Prüfung vorbereitet.

Wissen zu den Muskeln kann jedoch auf einzigartige Weise vertieft und funktionell angereichert werden.

Preis

Das Buch kostet im Handel 129,95€ und sprengt damit sicherlich den Rahmen eines Studenten-Budgets. Vor allem weil es kein obligates Buch fürs Studium ist.

Ich fände eine günstige Softcover Version für Studenten daher sehr löblich.

Fazit

Trotz des Preises empfehle ich dieses Buch jedem, der später als Arzt mit dem Symptom Schmerz in Kontakt kommt.

Gautschi ist eine gelungene Mischung aus Praxis und Theorie gelungen, ansprechend gestaltet und Evidenz basiert und im deutschsprachigen Raum einzigartig.

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