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  • Wallenstein Verlag
Erscheinungstermin: 01.03.2011 EUR [D] 24,90 Medizin und Nationalsozialismus: Bilanz und Perspektiven der Forschung

Medizin und Nationalsozialismus: Bilanz und Perspektiven der Forschung

Rezension von von David Scherer, 5. Semester, Medizinische Universität Wien

Kurzbeschreibung

Der Autor gibt in seinem Buch einen breiten Überblick über den Stand der Forschung zu Medizin, medizinischen Berufen und medizinischer Versorgung im dritten Reich sowie der Aufarbeitung in BRD und DDR.

 

Zielgruppe

Medizinhistoriker und Personen die einen wissenschaftlichen Einstieg in das Thema Medizin und Nationalsozialismus suchen.

 

Inhalt

Das Buch beschränkt sich nicht nur auf reißerische Themen wie die Humanexperimente in den verschiedenen Konzentrationslagern oder die Euthanasieprogramme sondern behandelt auch andere, weniger bekannte Themen, wie die Organisation des Gesundheitswesen, die Ausbildung von Krankenschwestern oder die Rolle der Komplementärmedizin. Außerdem wird auch noch auf die Problematik der Entschädigung nach 1945 eingegangen und eine Bewertung der Geschichtsforschung und Aufarbeitung nach 1945 gegeben. Leider wird kaum über diese durchaus interessanten Themen berichtet, sondern eher ein Überblick über Forschungsarbeiten gegeben undauf Fußnoten verwiesen. So ist es die Regel, dass auf jedes Kapitel ein mehrseitiges Literaturverzeichnis folgt und die einzelnen Kapitel kaum Informationen enthalten, welche über dieNennung bestimmter Historiker und deren Arbeiten hinaus gehen.

 

Preis

Das Buch kostet im Handel 24,90 Euro. Der Preis scheint mir für die Leistung des Autors, welcher sich an einer Zusammenfassung der wissenschaftlichen Artikel zum Thema Medizin und Nationalsozialismus versucht hat, angemessen. Jedoch schreibt der Autor für eine sehr kleine Zielgruppe, weswegen der Kauf dieses Buches dem durchschnittlichen Studierenden sicherlich nicht anzuraten ist.

 

Fazit

Diesem Buch nur einen von fünf Punkten zu erteilen scheint zunächst hart. Es ist stilistisch gutgeschrieben und behandelt so ziemlich alle Themen, die mit der Medizin im dritten Reich in Verbindung stehen. Jedoch ist es, wie der Titel schon andeutet, ein Forschungsbericht. Das heißt, dass einzelne wissenschaftliche Artikel kurz vorgestellt und bewertet werden, um danach mit einer Fußnote auf den jeweiligen Artikel hinzuweisen. Dies führt dazu, dass man kaum Informationen zu den jeweiligen Themen erhält und danach, im Prinzip so schlau wie vorher ist. Deshalb ist es dem durschnittlichen Medizinstudenten keineswegs zu empfehlen weswegen ich auch zu der Bewertung von nur einem Punkt gelangt bin. Sollten Sie nicht gerade planen einen medizinhistorischen Artikel zu diesem Thema in Form einer Diplomarbeit oder einer Dissertation zu schreiben, so ist dieses Buch definitiv nicht für Sie geeignet.

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