• Seibt, W.
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  • Thieme Verlag
Erscheinungstermin: 25.02.2009 EUR [D] 29,95 | 6. Auflage Physik für Mediziner

Physik für Mediziner

Rezension von Nadine Müller, 2. Semester in Hannover

Kurzbeschreibung

Wie bereits der Titel „Physik für Mediziner“ andeutet, richtet sich dieses Buch vor allem an Medizinstudenten in vorklinischen Semestern. Es wirbt damit, sich am aktuellen Gegenstandskatalog zu orientieren und will somit auf den Physik-Teil des Physikums vorbereiten.

 

Zielgruppe

Geschrieben für Vorklinik-Studenten, versucht das Werk Rücksicht zu nehmen auf die unterschiedlichen Ausgangssituationen der Studenten. So ist beispielsweise ein „Mathematik-Grundkurs“ vorangestellt, der Grundlagen wie Vektor- und Integralrechnung behandelt. Ohne diese Themen jedoch im Mathe-Unterricht bereits behandelt zu haben, stelle ich mir das Verständnis äußerst schwierig vor. Insgesamt richtet sich Walter Seibt eher an diejenigen Studenten, die ein überdurchschnittliches Interesse an der Physik haben denn an jene, denen es vor allem darum geht, die Grundlagen zu verstehen.

 

Inhalt

Mit etwa 440 Seiten ist Seibts Buch deutlich ausführlicher als die unter gleichem Namen erschienenen Werke von Harms und Harten, die auf weniger Seiten den gleichen Inhalt behandeln. Daraus folgt, dass zwar alle prüfungsrelevanten Themen behandelt werden, tendenziell jedoch einiges an „unnützem Wissen“ enthalten ist, welches dem beschäftigten Studenten im Zweifel einiges an Zeit kosten kann. Viel Raum füllt Walter Seibt mit Beispielen, wobei nicht alle sinnvoll erscheinen und teilweise eher der Verwirrung denn dem Verständnis dienen. Etwas zu kurz kommen bei diesen ganzen Beispielen meiner Meinung nach jene mit medizinischer Relevanz.

Abbildungen sind ausreichend vorhanden, jedoch ebenfalls nicht immer glücklich gewählt. Dies ist vor allem zwei Tatsachen geschuldet: Zum einen wurde auf Farbe vollständig verzichtet, zum anderen wirken einige Abbildungen überladen.

 

Didaktik

Das Buch lässt sich flüssig lesen, ist nicht überladen mit Fachbegriffen. Optisch ist es jedoch wenig ansprechend, da, abgesehen von einer Vielzahl grau unterlegter Merkkästen, auf grafische Hervorhebung wichtiger Begriffe oder Sätze (zum Beispiel mittels Fettmarkierung) gänzlich verzichtet wird. Auch Hinweise auf besonders prüfungsrelevante Themen oder Fragen zur Selbstkontrolle fehlen. Zur Prüfungsvorbereitung würde ich daher auf andere Werke zurückgreifen.

 

Aufbau

Das Inhaltsverzeichnis erstreckt sich über zwölf Seiten, sodass jedes einzelne Unterthema aufgegriffen wird. Zusätzlich ist noch ein vollständiges alphabetisches Register am Ende vorhanden, in dem nach Stichworten gesucht werden kann.

Die Reihenfolge der behandelten Themen ist sinnvoll und entspricht in den meisten Fällen wohl der Themenreihenfolge im Physik-Kurs. Jedem neuen Themenkomplex ist eine kurze Einleitung vorangestellt. Diese zum Großteil kurzen Abschnitte geben eine sinnvolle Vorschau und weisen zugleich auf Vorkenntnisse hin, die zum Verständnis des Themenkomplexes benötigt werden. Die Themenkomplexe selbst gliedern sich in einzelne, meist kleine Unterthemen, wodurch der Leser stets im Blick hat, worum es im jeweiligen Abschnitt geht.

 

Relevanz für die örtliche Uni

Dieses Buch gehört nicht zu den Büchern, die in unserem Physik-Kurs empfohlen wurden. Dies liegt vermutlich vor allem daran, dass die Physik hier eine eher untergeordnete Rolle spielt und somit dieses Werk etwas zu detailliert ist.

 

Preis

Mit 29,95€ liegt Walter Seibts Buch auf einer Wellenlänge mit dem zumindest 2-farbigen Harten, der zusätzlich Übungsaufgaben und einen Online- Zugang mit IMPP- Fragen bietet. Noch günstiger ist der zweiteilige Harms (Lehrbuch + Übungsbuch für 26,40€), der ebenfalls mit 2 Farben daher kommt.Im Vergleich ist dieses Buch also eher überteuert und rechtfertigt den Preis allenfalls durch die höhere Seitenanzahl. Für den normalen Studenten ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei anderen Büchern sicherlich besser.

 

Fazit

Wer sich für Walter Seibts „Physik für Mediziner“ entscheidet, bekommt ein Physikbuch, das inhaltlich korrekt, allerdings nicht sonderlich anschaulich ist. Ich würde dieses Buch daher vor allem solchen Medizinstudenten empfehlen, die eher theoretisch veranlagt sind und Interesse an überdurchschnittlichen Leistungen haben. Studenten, deren Ansprüche geringer ausfallen, sind wohl besser mit anderen Büchern wie z.B. dem Harms oder Harten bedient, die neben anschaulichen Beispielen, wo Physik in der Medizin vorkommt, auch Übungsaufgaben bieten und preislich sogar eher günstiger sind.

 

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