Schwarze Kittel - Katastrophenmedizin
  • Jennifer Wegner
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  • epupli GmbH
Erscheinungstermin: 10.07.2012 EUR [D] 14,99 Schwarze Kittel – Katastrophenmedizin

Schwarze Kittel – Katastrophen-Medizin

Rezension von Joachim Jugl, klinischer Abschnitt, Uni Würzburg

Kurzbeschreibung:

Die Anästhesistin Dr. Jasmin Wagner zögert nicht lange: Kurz nach den ersten Nachrichten über ein verheerendes Erdbeben auf Haiti sitzt sie im Flieger Richtung Katastrophengebiet. Dem überhasteten Aufbruch geschuldet, beschränkt sich ihre medizinische Hilfe vor Ort zunächst auf die notdürftige Versorgung von Überlebenden auf der Straße. Mit Hilfe des Journalisten Harry Wehnert gelangt sie schließlich ins Landesinnere. Immer wieder kommen ihr Berichte über Schwerstverletzte zu Ohren, die nach ihrer Bergung spurlos verschwinden. Zurück in Deutschland recherchiert sie unermüdlich weiter. Langsam aber sicher verdichtet sich vor ihrem geistigen Auge ein Bild, das ebenso abwegig, wie unerhört erscheint. Doch ihre Bemühungen bleiben nicht unentdeckt, schon bald scheint sie selbst in höchster Gefahr zu schweben …

 

Zielgruppe:

Die Autorin, selbst Ärztin, hat mit dem vorliegenden Roman eine interessante Mischung aus medizinischem Tatsachenbericht, Kriminalroman und Ethikdebatte vorgelegt. Die Sprache schnörkellos, in medizinischen Details äußerst exakt, spricht sie vor allem medizinisch vorgebildete Leser an. Die werden den detailgetreuen Schilderungen von Intubationen und Reanimationen im Krankenhaus, genauso wie den erfinderischen Improvisierungen als „Straßendoktor“ in Haiti mit Freude und Interesse folgen.

 

Preis-Leistungsverhätnis:

 

Der Preis von 6,99 € für die Kindle Edition (Taschenbuch: 14,99 €) ist völlig in Ordnung – mehr würde ich dann aber auch nicht dafür bezahlen wollen. 

 

Fazit:

Besonders hohe literarische Ansprüche sollte man nicht haben, wenn man dieses Buch zur Hand nimmt. Das Ende ist nicht überraschend, die Auflösung leider sehr kurz gehalten. Das Finale wird, ganz im Stile eines Polizeiberichtes, kurz und bündig abgehandelt. Über Dritte wird der Hauptakteurin des Romans der Ausgang der sich ergebenden polizeilichen Ermittlungen mitgeteilt. Diesen Teil des Buches hätte man deutlich spannender und anschaulicher gestalten können!

Die Autorin erörtert das Thema Organspende und ihre Problematik. Meiner Meinung nach tut sie dies etwas zu einseitig. Den „Bösewicht“ im Roman, der Schwerstverletzte Patienten aus Katastrophengebiete dazu nutzt, ihnen Organe zu entnehmen und damit anderen Patienten das Leben zu retten, kann man nicht nur als den geldgierigen, skrupellosen Arzt sehen, der Gott spielt. Der Transplantationschirurg rettet mit seinem Verhalten Menschen – aber er tut dies, indem er hoffnungslose Fälle in Katastrophengebieten benutzt – ethisch bedenklich, aber auch auf eine Weise verständlich.

Wer eine kurze Ablenkung für zwischendurch sucht, keine Weltliteratur erwartet und neue Anregungen zum Thema Organspende sucht – dem sei der Roman wärmstens empfohlen!

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