• Siegenthaler, W.
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  • Thieme Verlag
Erscheinungstermin: 07.11.2012 EUR [D] 119,95 | 20. Auflage Siegenthalers Differenzialdiagnose

Siegenthalers Differenzialdiagnose

4,5 Punkte von Christopher Jahreiß, 11. Semester in Dresden

Kurzbeschreibung

Die „Differentialdiagnose“ ist ein reich bebildertes und gut gegliedertes Nachschlagewerk der klinischen Differentialdiagnostik. Ausführlich werden auf über 1000 Seiten alle wesentlichen klinischen Symptome der Inneren Medizin dargestellt und darüber hinaus die Erkrankungen, auf die sie hinweisen.

Zielgruppe

Das Buch richtet an Studenten, Assistenten und Fachärzte. Auf jeder Stufe der ärztlichen Ausbildung ist es ein verlässlicher Begleiter durch die Symptomwirren der Inneren Medizin. Durch seine Ausführlichkeit eignet sich das Buch jedoch nicht als „primäres“ Lehrbuch sondern bietet sich vielmehr als ständiger Begleiter durch Praktika, Seminare und später das Arbeitsleben an, um immer wieder neuen Symptomkonstellationen systematisch auf den Grund zu gehen.

Inhalt

Das Buch behandelt wirklich alle wesentlichen Symptomgruppen der Inneren Medizin plus differentialdiagnostisch wichtige Randgebiete (Neurologie, Urologie, usw.). Neben den eigentlichen klinischen Zeichen werden auch klinische Symptom-Konstellationen, wie Fieber mit Hautveränderungen besprochen. Weiterhin werden die Krankheiten zu denen die Beschwerden leiten auch noch mal definiert und deren Klinik sowie Diagnostik ausführlich beschrieben. Oftmals sind in den einzelnen Kapitel noch Ausführungen über Labor- und Untersuchungstechniken sowie wichtige Normalwerte und klinische Bilder mit Normalbefunden (Blutbild, etc.) enthalten. Das Ganze wird durch einer Fülle an hochqualitativen klinischen, histologischen und radiologischen Bildern, Tabellen und Diagrammen ergänzt.

Didaktik

Die didaktische Stärke dieses Buches ist das Zusammenspiel von guter Gliederung, vielen hervorgehobenen Merkkästen, einer reichen Bebilderung und dem aktuellen und dennoch nicht ausufernden Text. Besonders hervorzuheben sind dabei die wirklich sorgfältig ausgewählten, stets prägnanten klinischen Bilder. Auch die vielen Algorithmen des differentialdiagnostischen Vorgehens bei verschiedenen Symptomen erhöhen die Anschaulichkeit und Übersichtlichkeit. Alles in allem eine wirklich gelungene Mischung aus Text, Tabellen, Algorithmen und Bildern.

Aufbau

Das Buch beginnt mit einer allgemeinen Einführung in die Techniken der Differentialdiagnose, wie Anamnese oder Blickdiagnosen. Weiterhin gliedert sich das Buch in Überkapitel, welche oft noch allgemeine epidemiologische Aspekte oder Definitionen behandeln, wie gastrointestinale Symptome um dann die eigentlichen Symptome wie Diarrhöen oder Dysphagie anzusprechen. Auch diese sind dann in verschiedene Ätiologien unterteilt um schließlich die einzelnen Krankheitsbilder zu besprechen. Das Stichwortverzeichnis ist sehr ausführlich ebenso wie die Gliederung, was ein schnelles Auffinden der gewünschten Informationen ermöglicht.

Relevanz für die örtliche Uni

Die „Differentialdiagnose“ wird in fast jedem Tutorium des Öfteren zur Hand genommen. Da es zur Standartausstattung in den Tutorien gehört lohnt es sich natürlich zur Nachbearbeitung der Fälle ein Exemplar zu Hause zu haben. Prüfungsrelevant ist das Buch allerdings nicht, sondern sollte eher als Nachschlagewerk zu verschiedenen Fragestellungen gesehen werden.

Preis

Das Buch kostet im Handel stattliche 119,95 EUR, was für ein Lehrbuch für Studenten absolut obere Grenze ist. Ausstattung und Inhalt rechtfertigen zwar den Preis, wünschenswert wäre allerdings eine günstigere Paperback-Ausgabe für Studenten.

Fazit

Mit der „Differentialdiagnose“ kauft man sich ein Buch für das gesamte Arbeitsleben. Klinische Symptome werden umfassend und dennoch übersichtlich dargestellt, außerdem natürlich die Krankheiten zu denen sie leiten. Die reiche Bebilderung und das klare Layout machen das Lesen zu einem Vergnügen und erleichtern das schnelle Auffinden klinischer Fakten. Lediglich der sehr hohe Preis kann bemängelt werden, was zum einzigen (halben) Punktabzug führt.

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