• Tillmann, B.
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  • Springer-Verlag GmbH
Erscheinungstermin: 24.09.2009 EUR [D] 34.95 | 2. Auflage Tillmann Atlas der Anatomie

Tillmann Atlas der Anatomie

Rezension von Eduard Rempesz, PJ in Köln

Kurzbeschreibung

Dieser einbändige Anatomie-Atlas zur neuen Approbationsordnung stellt die Anatomie auf einzigartige Weise mit klinischem Bezug dar. Neu präparierte Ansichten und klinische Infotexte zeigen anschaulich den Zusammenhang zwischen Anatomie und Klinik. Ausgefeilte Didaktik von Studenten mitentwickelt: Doppelseitenansichten ohne Umblättern, instruktive Bildlegenden und eine neuartige didaktische Darstellung der Leitungsbahnen. Spezieller Bonus: der „Muskeltrainer", ein separates Heft mit allen Informationen zu Ursprüngen, Ansätzen, Innervation und Blutversorgung der Muskeln in Wort und Bild.

 

Zielgruppe

In erster Linie richtet sich der Tillmann an Humanmediziner des vorklinischen und klinischen Abschnitts. Man benötigt keine besonderen Vorkenntnisse, um sich in diesem Buch zurechtzufinden. Durch die sehr übersichtliche Darstellung und die begleitend eingebrachten klinischen Bezüge geht der Atlas über das bloße Auswendiglernen von anatomischen Fakten hinaus. Er gehört weniger zu den Büchern, die nur den vorklinischen Ansprüchen genügen; vielmehr bietet der Tillmann auch für die Klinik und das Praktische Jahr ein ausreichendes Spektrum an übersichtlichem Informationsschatz, der nicht zuletzt für den approbierten Mediziner dienlich ist.

 

Inhalt

Der Tillmann vermittelt recht ausführlich die einzelnen Themenbereiche von Kopf bis Fuß. Auf 626 Seiten, mit 1363 Abbildungen und 110 Tabellen verdeutlicht er die Grundprinzipien der Anatomie in praxisbezogenen Darstellungen und didaktisch perfekt aufgebauten Kapiteln. Dabei deckt er im Vergleich zu vielen Konkurrenten den prüfungsrelevanten Stoff komplett ab, auch das schwierige Thema ZNS ist ausführlich und gut verständlich dargestellt. Er verschafft einen allumfassenden Überblick, ohne dabei auch nur die kleinsten Feinheiten oder Ausnahmen zu vergessen. Durch seine teilweise ungewöhnliche Abbildungen und Perspektiven trägt er sehr zum räumlichen Verständnis bei und hilft dabei, so manche Zusammenhänge von selbst zu erkennen. Der Tillmann kann es somit fast mit einem vollständigen Lehrbuch aufnehmen, er geht weiter, als man es von einem Atlas erwartet und übertrifft jeden der „bewährten“ Atlanten, ob Sobotta oder Netter um Längen.

 

Didaktik

 

In den Atlas wurden an ausgewählten Beispielen klinische Hinweise in den Atlas aufgenommen. Ein „Navigationssystem“ farbcodierter Markierungen in den Abbildungshinweisen sowie in den Tabellen erleichtert somit das Lernen von z.B. Astfolgen der Gefäße oder Zuordnung motorischer und sensibler Nerven.Klinische Hinweise haben unmittelbaren Zusammenhang zum Dargestellten; sie sollen den im vorklinischen Abschnitt befindlichen Studenten neugierig machen und zum eigenständigen Studium anregen. Für im klinischen Abschnitt Studierende und bereits klinisch tätige Ärzte besteht somit die Möglichkeit anatomisches Wissen für den Klinikalltag aufzufrischen.

 

Aufbau

Der Atlas hat einen übersichtlichen körperabschnittsbezogenen Aufbau, der gut gegliedert ist. Dabei wird der Leser in altbewährter Gliederung von Knochenlehre über Muskeln, Gefäße und Nerven, aber auch über die inneren Organsysteme im Kapitel „Situs“ ins rechte Licht gesetzt. Doppelseitenansichten liefern ohne Umblättern eine schnelle Übersicht über zusammenhängende Bereiche.

Durch den Atlas zieht sich eine farbcodierte Kapitelunterteilung, zur besseren Orientierung die am oberen Seitenrand durch Bild und Farbe den jeweiligen Bereich darstellt, wie z.B. Obere Extremität. Die unterschiedliche Art der Abbildungen und Betrachtungsweisen in modernen bildgebenden Verfahren, wie Röntgen- und Computertomographiebilder, Körperschnitte, Zeichnungen aus der Sicht in verschiedenen Achsen und Ebenen vermittelt das nötige Grundwissen und hebt die anatomischen Besonderheiten detailliert hervor. Zusätzlich Neues zeigt sich in den Schemata, die den Bewegungsumfang bestimmter Gelenke wiedergeben, mit Auflistung der an der Bewegung beteiligten Muskeln.

 

Relevanz für die örtliche Uni

Da der Tillmann relativ neu auf dem Markt ist, ist der Atlas mehr ein Geheimtipp unter Studenten. Dennoch lässt sich sicher absehen, auch aufgrund der steigenden Anforderungen der neuen AO, dass ein klinisch-orientierter Atlas, wie der Tillmann mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird. Ein einbändiger Atlas, der alles Wichtige vereint und mit seinem Zusatzheft „Muskeltrainer“ eine praktische Möglichkeit für das Anatomielernen im Präparierkurs liefert, ebenso für kurzes Wiederholen vor Prüfungen oder für den klinischen Alltag.

 

Preis

Ein großer Pluspunkt aus meiner Sicht ist nicht zuletzt der Preis. Mit € 34,95 bekommt man viel Atlas für sein Geld, und damit liefert der Tillmann ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis auch im Vergleich zu anderen konkurrierenden Werken. Bei einem solchen Atlas, mit umfassendem Bildmaterial, das durch fundierten Text begleitet wird, ist eine längerfristige "Zusammenarbeit" mehr als wahrscheinlich.

 

Fazit

Der Tillmann ist ein hervorragender Atlas zu einem unschlagbar günstigen Preis. Neue und teils ungewöhnliche Abbildungen moderner Bildgebungsverfahren und Perspektiven zusammen mit einer hervorragenden Didaktik, machen diesen Atlas zu einem sehr guten Buch. Sehr übersichtliche und umfassende Gliederung, verbunden mit Bezügen zur klinischen Praxis tragen zusätzlich zum Verständnis für komplizierte anatomische Strukturen bei. Somit stellt der Tillmann eine gelungene Synthese im Sinne der neuen Approbationsordnung dar. Nicht nur Anfängern, sondern auch Studenten im klinischen Studium und Ärzten ist der Tillmann-Atlas sehr zu empfehlen.Besonders gut fand ich, den beiliegenden Muskeltrainer, der eine Ergänzung zur Darstellung der einzelnen Muskeln im Ursprung und Ansatz sowie deren Innervation und Gefäßversorgung in einem Heft liefert.

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