• Burkhard Madea
  • |
  • Militzke Verlag
Erscheinungstermin: 01.09.2010 EUR [D] 19,90 Von den Maden zum Mörder – Die vielfältigen Methoden der Rechtsmedizin

Von den Maden zum Mörder: Die vielfältigen Ermittlungsmethoden der Rechtsmedizin

Rezension von Anne Zenker, 4. Semester, Humanmedizin, TU Dresden

Kurzbeschreibung

Das Buch "Von den Maden zum Mörder" von Burkhard Madea, der seit 1996 Direktor des Institutes für Rechtsmedizin der Universität Bonn ist, gibt einen realistischen, unverschleierten Einblick in den Alltag und die Vielfalt der Rechtsmedizin. Vor allem die verklärte Darstellung durch diverse TV-Formate soll durch dieses Buch wieder in das rechte Licht gerückt werden. Anhand vieler Fallbeispiele und historischer Exkurse wird dem Leser ein Einblick in verschiedene Arbeitstechniken und Wirkungsbereiche der Forensik aufgezeigt.

 

Zielgruppe

Das Buch richtet sich an interessierte Leser jeder Sparte und nicht nur an Mediziner. Durch die Erklärungen der wichtigen Fachbegriffe ist das Buch jedem zugänglich, der sich für die Rechtsmedizin interessiert und, wie schon erwähnt, fernab von den Darstellung der Medien einen Einblick in dieses spannende Betätigungsfeld bekommen möchte.

 

Inhalt und Aufbau

Das Buch gliedert sich insgesamt in 22 Kapitel. In so gut wie jedem Kapitel findet man auch einen kurzen historischen Abriss des jeweiligen Themas. Leider sind diese Exkurse in einigen Kapiteln sehr weitschweifig und man verliert manchmal den Faden zu den jeweiligen vorher besprochenen Fällen.

Die verschiedenen Untersuchungmethoden, denen sich die Rechtsmedizin bedient, werden von Madea sowie zahlreichen Experten, mit denen er im Laufe seines Berufslebens zusammengearbeitet hat, beschrieben - die Todeszeitbestimmung, DNA-Analyse, operative Fallanalysen, forensische Entomologie (Insektenlehre) sowie Haaranalytik werden ausführlich erklärt.

Es werden auch viele interessante Themen, die in der heutigen Gesellschaft große Bedeutung haben, angesprochen. So zum Beispiel Behandlungsfehler in der Medizin, Kindesmisshandlungen, Serientötungen in der Altenpflege, Brandleichen und der Einsatz von K.O.-Tropfen. Dabei bekommt man wirklich erstaunliche Einblicke, die einem durch die einseitige Berichterstattung durch die Presse verschlossen waren.

So wird zum Beispiel der Fall von Christoph Daum und dessen angeblicher Kokain-Missbrauch anhand der Haaranalytik genau erklärt. Oder in einem anderen Kapitel, das fatale Unwissen der Mediziner im Bereich der Anatomie. Als z.B. einer jungen Patienten während einer harmlosen Lymphknoten-OP ein großer Teil der Halsschlagader entfernt wurde, weil diese urtümlich für Tumor-Gefäße gehalten wurden.

Doch es werden nicht nur Tötungsdelikte in der Forensik angesprochen, auch der Nutzen der Rechtsmedizin und die Zusammenarbeit mit Behörden werden benannt. So zum Beispiel als durch schwere Überschwemmungen ein Teil eines Friedhofes weggeschwemmt wurde und zahlreiche Leichen identifiziert werden mussten.

Im letzen Kapitel bekommt der Leser noch einen Einblick über den heutigen Stand der Rechtsmedizin und mit welchen Problemen, vor allem von staatlicher Seite, die Institute zu kämpfen haben - wenn es denn an den Universitäten noch welche gibt und sie nicht schon aufgrund von Sparmaßnahmen geschlossen wurden.

 

Didaktik

In einigen Kapiteln wurden auch Abbildungen eingefügt, allerdings hätte darauf auch getrost verzichtet werden können, da das Buch an sich sehr interessant ist und die Sachverhalten gut bildlich beschrieben sind.

 

Fazit

Wer Interesse an der Rechtsmedizin hat und über die üblichen Krimis hinaus an realen, gut geschilderten Fällen Interessantes über diesen Fachbereich der Medizin erfahren möchte, sollte sich dieses Buch zulegen und sich von Burkhard Madea die Forensik und ihren Facettenreichtum erklären lassen.

 

 


4 Punkte von Jenny W., 4. Semester in Gießen

 

Kurzbeschreibung

Das Buch gliedert sich in zahlreiche Kapitel zu verschiedenen Themen der Rechtsmedizin: von der Leichenschau, der Todeszeitbestimmung, über Behandlungsfehler von Ärzten, Tötungsdelikten von Pflegern, Suiziden bei Erwachsenen und Kindern, Brandleichen, der DNS bis zum Nachweise von Alkohol- und Drogenkonsum, Kindesmisshandlung und der generellen Lage der Rechtsmedizin heutzutage und historisch gesehen.

 

Zielgruppe

Das Buch ist nicht primär für Leser mit medizinischem Vorwissen ausgerichtet, sondern vielmehr für jeden interessierten Leser. Die genutzte Fachsprache wird in jedem Fall erläutert, sodass auch ein Laie das Buch ohne Probleme verstehen kann. Durch die Unterteilung in viele Themenbereiche kann man sich auch gezielt Kapitel heraussuchen, ohne die anderen bereits gelesen haben zu müssen. Wer also an einem Buch mit informativem Unterhaltungswert interessiert ist, das realitätsnäher ist als die Flut von rechtsmedizinischen Thrillern, aber auch kein reines und für den Laien schwer verständliches Sachbuch lesen möchte, ist hiermit meiner Meinung nach sehr gut beraten.

 

Inhalt

Das Buch gliedert sich in 22 Kapitel zu verschiedenen Themen. Zumeist werden die Themen von Burkhard Medea oder einem anderen Kollegen seines Faches behandelt. Die Autoren werden in den jeweiligen Kapiteln noch einmal aufgeführt und mittels Kurzbiographien vorgestellt.

Die Themen sind sehr vielfältig. Es geht zum Beispiel um Fehler bei der Leichenschau und deren möglichen Folgen. Auch dem durch die Medien geprägten Mythos der Todeszeitbestimmung geht er auf den Grund. Es gibt ein ganzes Kapitel über Suizid bei Kindern, möglichen Gründen und dem Umgang der Eltern damit. Der Suizid wird aber auch generell behandelt.

Burkhard Madea erzählt im Buch auch von Brandleichen und wie mittels Verbrennung Tötungsdelikte zu vertuschen versucht werden. Besonders eindrucksvoll ist seine Erzählung über Serientötungen in der Altenpflege. Unter anderem hat hier eine Altenpflegerin über viele Jahre hinweg ihre Patientinnen durch eine Überdosis Neuroleptika vergiftet. Dies hat sie meist glaubhaft als krankheitsbedingtes Ableben dargestellt und sich im selben Zuge am Vermögen oder der vorhandenen Barschaft der Patienten bereichert.

Es gibt Geschichten über Morde um die Lebensversicherung des Partners zu kassieren, Schusswaffen, Munition und das Vorgehen bei einem Todesfall mit Schussverletzung. Auch Behandlungsfehler seitens der Ärzte in Krankenhäusern werden historisch beleuchtet und thematisiert.

Bestimmte Arbeitsmethoden werden vorgestellt, so zum Beispiel wie sich heutzutage die DNA zu Nutze gemacht wird, um einen Mörder zu finden. In einem Kapitel wird ein Vorgang der Operativen Fallanalyse beschrieben, in einem anderen geht es um die Forensische Entomologie. Mittels des unterschiedlichen Maden- und Insektenbefalls auf Leichen und deren Alter, kann beispielsweise herausgefunden werden, wie lange diese sich schon im entsprechenden Stadium der Verwesung befindet.

Die Rechtsmedizin widmet sich aber natürlich nicht nur dem Tod, sondern auch noch lebenden Opfern. So werden die Rechtsmediziner beispielsweise auch in Fällen möglicher Kindesmisshandlung herbeigerufen. Beispielsweise erläutert der Autor, welche Verletzungen an welchen Körperstellen bei Kleinkindern und Säuglingen typisch für Kindesmisshandlung sind und welche nicht. Zur Haaranalytik gibt es gleich zwei Kapitel, eines zur Haaranalytik bei Lebenden und eines bei Toten, wie etwa Mumien. Der Autor berichtet auch über den typischen Einsatz von K.O. – Tropfen, den Einsatz flüchtiger Substanzen wie zum Beispiel Aerosolen und deren Nachweismöglichkeiten, sowie über den Umgang mit Alkoholisierten im Straßenverkehr und von ihnen verursachten Unfällen. Hierbei wird auch speziell auf den „Nachtrunk“ eingegangen – sprich den Schluck auf den Schreck nach einem Unfall, und wie man dies von einer Trunkenheit am Steuer unterscheiden kann, oder auch nicht.

Im letzten Kapitel stellt Burkhard Madea die derzeitige Situation der Rechtsmedizin in Deutschland dar, ihren Nutzen aber auch die vorherrschenden Schwierigkeiten.

 

Fazit

In seinem Buch gibt Medea mit Hilfe einiger Kollegen einen umfassenden Überblick über das breite Spektrum der rechtsmedizinischen Tätigkeit. Jedes Kapitel wird durch Anekdoten und Fallbeispiele sowohl aufgelockert, wie auch bildhaft interessant dargestellt. Dennoch lässt er auch die Fakten nicht außer Acht: Er erklärt die technischen Verfahren und auch die Befunde für einen Laien verständlich. Weiterhin gibt er zu jedem Thema eine umfassende Erklärung über die historische Entwicklung in der Geschichte der Medizin und vergleicht damit frühere und aktuelle Umstände und Möglichkeiten. Aus diesem Grund möchte ich es mit 4 Punkten bewerten, da ich es als informativ und interessant gleichermaßen empfand und es eine breitere Zielgruppe anspricht.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete