• Info
  • |
  • Via medici
  • |
  • 05.12.2011

Fragen zum Medizinstudium

Uns erreichen immer wieder Email-Anfragen von Schülern, die auf der Suche nach Informationen zum Medizinstudium bei Via medici online "gelandet" sind. Herzlich willkommen! Hier finden Sie unsere "frequently asked questions", die Sie erst einmal durchstöbern können.

Foto: Thieme

Sollte speziell Ihre Frage hier nicht beantwortet sein, können Sie uns eine E-Mail senden: via.online@thieme.de

Eine weitere Informationsquelle ist das Infopaket Schüler/Medizinstudium. Via medici-Abonneten erhalten das Infopaket kostenlos, Nicht-Abonnenten können es für 10 Euro kaufen.

 

Fachliche Voraussetzungen für das Medizinstudium

  • Muss ich Latein in der Schule haben, wenn ich Medizin studieren will?

    Nein, denn im ersten Semester gibt es für jeden Medizinstudenten einen Terminologie-Kurs, in welchem die nötigen Lateinkenntnisse vermittelt werden. An der Privatuniversität Salzburg (Österreich) wird das kleine Latinum vorausgesetzt, es gibt allerdings die Möglichkeit, dies im ersten Studienjahr nachzuholen.

  • Nutzt es mir etwas, wenn ich das große Latinum habe?

    Es nützt Ihnen auf jeden Fall, denn Sie werden die vielen lateinischen Begriffe vor allem in der Anatomie sicher leichter lernen als andere. Voraussetzung ist das Latinum allerdings nicht.

  • Brauche ich fundierte Biologie oder Chemiekenntnisse?

    Sie sind nicht Voraussetzung für das Medizinstudium, jedoch sind vor allem Kenntnisse in Chemie von großem Vorteil. Denn an vielen Fakultäten ist der Chemie-Kurs im vorklinischen Studienabschnitt sehr schwierig

Zulassung, Abinote, Wartezeit

  • Kann ich ohne Abitur Medizin studieren?

    Nach Informationen von hochschulSTART.de gibt es einige Bundesländer, die Bewerber auch ohne Abitur zum Medizinstudium zulassen. Um ohne Abitur zugelassen zu werden, benötigt der Bewerber eine fachgebundene Hochschulreife. Um diese zu bekommen, ist in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung und ein Einstufungstest notwendig. Die Bestimmungen werden vom Bundesland beziehungsweise der Uni festgelegt und sind jeweils von Land zu Land unterschiedlich.

     

    Die Note des Einstufungstestes ist der Abiturnote äquivalent. Der Bewerber konkurriert nun wie beim normalen Verfahren mit den anderen Bewerbern seines Bundeslandes. Auch hier ist hochschulSTART.de verantwortlich. Die Berufausbildung wird nicht als Wartezeit angerechnet, da Wartezeit erst vom Zeitpunkt der Hochschulzugangsberechtigung an gilt.

     

    Für weitere Informationen sollte man nachfragen bei:

    • Wissenschaftsministerien
    • Ministerien für das Hochschulwesen
    • Kultusministerien
    • den jeweiligen Unis

    Weitere Infos zum Medizinstudium ohne Abi: Studieren ohne Abitur - geht das?

     

    Mehr zur allgemeinen Zulassung zum Medizinstudium finden Sie in der Rubrik "Schüler/Zulassung" beziehungsweise unter diesem Link: Zulassung zum Medizinstudium

  • Die Vergabe der Studienplätze wird über hochschulSTART.de geregelt.

    Die Verteilung der Studienplätze wird in Deutschland durch die ehemalige ZVS (die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen), heute hochschulSTART.de geregelt. Dabei werden seit dem WS 2005/2006 20% der Plätze nach Abiturnote, 20% über Wartezeit und 60% der Plätze über die Hochschulen vergeben. Allerdings gibt es Vorabquoten und besondere Kriterien (zum Beispiel soziale Faktoren), die unter Umständen nicht nur auf den Studienplatz, sondern auch über den Studienort Einfluss nehmen können. Darüber hinaus wurde unter anderem in Baden-Württemberg der TMS, also der Test für medizinische Studiengänge, wieder eingeführt, mit dem Bewerber ihre Chancen auf einen Studienplatz verbessern können. Ebenfalls möglich ist es, als Bundeswehrsoldat/-soldatin an einen Medizinstudienplatz zu kommen.

  • Nach welchen Kriterien suchen die Hochschulen ihre Studenten aus?

    60% der Studienplätze werden von den Hochschulen selbst vergeben. Dabei gehen die Universitäten nach folgenden Kriterien vor:

    • Sie vergeben ihre Studienplätze wie hochschulSTART nach der Abiturnote
    • Sie fragen in Auswahlgesprächen nach der Motivation der Bewerber
    • Sie prüfen die berufliche Qualifikation des Bewerbers, wenn er/sie bereits eine Ausbildung abgeschlossen hat
    • Auch absolvierte Ausbildungen und soziales Engagement werden in manchen Ranglisten berücksichtigt.

    Vor allem bezüglich des Studienortes können Sozialkriterien wie Elternhaus, Ehepartner oder herausragende soziale Posten, die Präsenz erfordern, geltend gemacht werden. Bewerber mit relevantem Handicap werden gesondert berücksichtigt.

  • Was ist der Test für medizinische Studiengänge (TMS)?

    Der Test für Medizinische Studiengänge ermöglicht Bewerbern für Medizin und Zahnmedizin ihre Abiturnote – und damit die Chancen im hochschulinternen Zulassungsverfahren - zu verbessern. Anerkannt wird dieses „Upgrade“ allerdings nur an baden-württembergischen Fakultäten sowie einigen anderen Standorten.

  • Muss ich mich für die Wartezeit auf einer Liste eintragen?

    Nein. Als Wartezeit gelten automatisch alle Semester nach dem Abitur, in denen man nicht an einer deutschen Universität eingeschrieben war.

  • Wie kann ich Wartezeiten überbrücken?

    Wartezeiten kommen in der Regel dann vor, wenn der Bewerber aufgrund seiner Abiturnote nicht gleich einen Studienplatz erhalten hat. Es ist möglich, dann eine Ausbildung zu beginnen, denn diese Zeit wird trotzdem als Wartezeit abgerechnet. Das gilt nicht, wenn der Bewerber ein anderes Hochschulstudium beginnt. Diese Semester werden NICHT als Wartezeit angerechnet!

     

    Die Wartezeit lässt sich zum Beispiel für das vorgeschriebene dreimonatige Pflegepraktikum nutzen. Auch können Sie den Erste-Hilfe-Kurs bereits belegen. Von Vorteil ist, wenn Sie "geistig" nicht völlig abschalten, sondern sich irgendetwas (bspw. Fremdsprache) suchen, wo Sie kontinuierlich (etwas) lernen können bzw. müssen. So kommen Sie nicht ganz aus dem Lernrhythmus heraus und es wird Ihnen vielleicht leichter fallen, gleich von Beginn des Studiums an wieder schnell umfangreiches Wissen zu "pauken". Das lässt sich übrigens gut mit einem Auslandsaufenthalt kombinieren: Für die einen ist es Sprachtraining, für die anderen der längste Urlaub der Welt…

     

    Auch ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) kann man in dieser Zeit machen. Das kann man sich auch auf das Krankenpflegepraktikum anrechnen lassen!

     

    Wenn aufgrund der Abitursnote bereits klar ist, dass sich der Bewerber auf eine Wartezeit einstellen muss, lohnt sich eine Berufsausbildung. In erster Linie bietet sich die Ausbildung zur Krankenschwester/Krankenpfleger an oder zum Rettungssanitäter/Rettungsassistenten. Die Erfahrungen bieten später im Studium einen immensen Vorteil, zudem kann man mit abgeschlossener Berufsausbildung neben dem Studium gut Geld verdienen.

  • Von was hängt die Dauer der Wartezeit ab?

    Die Wartezeit wird nach der Zahl der Halbjahre seit dem Abitur bis zum Semester, für dass man sich bewirbt, berechnet. "Die Berechnung der Wartezeit beginnt also nicht erst mit dem Zeitpunkt der Bewerbung!" Hochschulstart.de weist ausdrücklich darauf hin, das abgelehnte Bewerber NICHT in eine Warteliste eingetragen werden. Durch die Wartezeit verbessert sich auch nicht die berücksichtigte Abinote. An jedem Vergabeverfahren nehmen neue und alte Bewerber teil, die Rangplätze werden jedesmal neu bestimmt. "Die Auswahlgrenzen werden somit ausschließlich von der jeweiligen Konkurrenzlage bestimmt." Bewerber mit längeren Wartezeiten gehen aber solchen mit kürzerer Wartezeit vor. Wenn die Wartezeit bei der Wartezeitquote identisch ist, wird nach Abinote, abgeleistetem Dienst und nach dem Los entschieden.

    .

  • Mit welcher Abiturnote kann ich einen Studienplatz erhalten?

    Es gibt eine Zulassungsbegrenzung für Medizin, da es mehr Bewerber als Plätze gibt. Der Notendurchschnitt, mit dem man noch einen Platz bekommt, ist von der Anzahl der Bewerber pro Platz abhängig. In den meisten Bundesländern ist eine 1 vor dem Komma notwendig.
    Die Schulsysteme der Bundesländer sind unterschiedlich. Daher bekommt jedes Bundesland eine Anzahl an Studienplätzen zugeteilt; um diese Studienplätze konkurrieren alle Abiturienten des entsprechenden Bundeslandes. Sind die angehenden Studenten ermittelt, die einen Platz bekommen sollen, verteilt hochschulSTART.de bundesweit alle Studienplatzanwärter auf die einzelnen Studienorte. Hierbei werden dann die Studienortwünsche und soziale Kriterien berücksichtigt. Bewerber mit deutlich schlechteren Abiturnoten müssen Wartezeiten mit in Kauf nehmen. Die Grenze der zugelassenen Abitursnoten schwankt von Semester zu Semester! 

     

  • Meine Abiturnote ist nicht besonders gut. Habe ich im Medizinstudium überhaupt Chancen?

    Die Abiturnote ist für den Erfolg im Medizinstudium nicht unbedingt entscheidend. Sicher schneiden die Studenten mit sehr guten Abiturnoten auch in den großen Staatsexamina oft gut ab, das haben Untersuchungen ergeben. Dennoch muss das nichts heißen. Entscheidend ist, ob man bereit ist, sehr, sehr viel zu lernen und ob man Durchhaltevermögen hat. Man sollte in der Lage sein, sich Wissen selbstständig anzueignen. Und es muss einem klar sein, dass man sechs Jahre studiert und später als viele andere ins Berufsleben einsteigt.

     

    Wartezeit verbessert die Chance auf einen Studienplatz – zudem suchen manche Unis einen Teil ihrer Studenten selbst aus. Zu diesen Auswahlgesprächen kommen Bewerber, die über Wartezeit und Durchschnittsnote keinen Platz bekommen konnten. Auch hier entscheidet die Durchschnittsnote. Die Unis haben wiederum eigene Auswahlkriterien, die nicht von der Note abhängen müssen.

     

    Das Auswahlverfahren zum Medizinstudium

     

    Die Zentralstelle für die Vergabe von Studiengängen (ZVS), die für die Bewerbung um bundesweit zulassungsbeschränkte Studiengänge zuständig war, wurde am 1. Mai 2010 in eine Stiftung umgewandelt: Stiftung für Hochschulzulassung (Stiftung des öffentlichen Rechts); das Internetportal, das Magazin und die Bewerbung läuft unter dem Namen hochschulSTART.de. Die aus der ZVS entstandene neue Online-Plattform hochschulSTART.de soll die Studienplatzvergabe erleichtern und transparenter machen.

  • Wie läuft das Losverfahren?

    Werden Studienplätze von Nachrückern nicht belegt dann werden diese in einem Losverfahren der Hochschulen vergeben. Für die Anmeldung zum Losverfahren genügt bei den meisten Hochschulen ein formloser Antrag, eine Anmeldung ist auch an mehreren Hochschulen gleichzeitig möglich.
    Die Börse für Reststudienplätze finden Sie hier: www.hochschulstart.de
    Die Stiftung für Hochschulzulassung weist darauf hin: "Die Chancen, einen solchen „Losplatz“ zu ergattern, sind aber denkbar gering." Aber man kann ja auch mal ganz viel Glück haben...

  • Wo kann man im Ausland Medizin studieren?

    Theoretisch überall. Damit man später aber auch ohne größere Umstände als Arzt in Deutschland arbeiten kann, bietet sich vor allem das europäische Ausland an. Besonders beliebt sind Österreich und Ungarn, wo deutschsprachig unterrichtet wird. Aber auch England, Tschechien und die Slowakei bieten mit englischsprachigen Kursen eine Ausweichmöglichkeit.

Beginn und Aufbau des Studiums

  • Sollte ich schon während der letzten Sommerferien anfangen, für Anatomie oder ein anderes Fach zu lernen?

    Schaden kann das sicher nicht, aber es ist auch nicht unbedingt notwendig. Der Anatomiekurs ist nicht an allen Unis gleich im ersten Semester, so dass Sie bis zum Kurs wieder vieles vergessen haben werden. Genießen Sie lieber noch die letzen Ferien, denn in zukünftigen Semesterferien gibt es oft genug noch etwas zu lernen!

     

     

  • Wie lange dauert das Studium insgesamt und wie ist das Studium aufgebaut?

    Das Studium dauert mindestens 6 Jahre. Davon werden Sie

    • zwei Jahre in Grundlagen ausgebildet (Vorklinik)
    • drei Jahre in der "echten" Medizin (Klinik) und anschließend folgt ein sogenanntes
    • "Praktisches Jahr" (PJ)
    Der vorklinische Teil wird mit der 1. Ärztlichen Prüfung (Physikum) abgeschlossen. Nach der Klinik folgt die 2. Ärztliche Prüfung (Hammerexamen). Hat man diese bestanden, ist man approbierter Arzt. Wer einen Dr. Titel haben möchte, muss noch eine Doktorarbeit schreiben. Dies ist aber auch schon während des Studium möglich.

    In der Vorklinik muss ein dreimonatiges Pflegepraktikum abgeleistet werden. Bis zum Beginn des PJs im letzten Jahr stehen dann noch mal vier Monate Famulatur an.

    Das PJ verbringen Sie komplett im Krankenhaus, es zählt aber noch zum Studium. Die Studierenden arbeiten ganztags im Krankenhaus, verdienen allerdings kein Geld. An manchen Lehrkrankenhäusern ist wenigstens das Mittagessen umsonst.

    Das Pensum schneller zu absolvieren ist theoretisch möglich, tatsächlich aber benötigt ein Großteil der Studenten mindestens ein Semester länger.

     

     

     

  • Aber es gibt doch auch Abweichungen von diesem Aufbau des Studiums?

    Aus dem Wunsch der Medizinstudenten nach einem praxis- und patientennäheren Studium, sind nach und nach verschiedene Reformprojekte nach amerikanischem Modell an den deutschen Universitäten entstanden. Grundidee ist die gleichberechtigte Einbindung von Theorie und Praxis in das Medizinstudium. Aus den Bestrebungen sind - neben der neuen Approbationsordnung von 2003 - Modellstudiengänge hervorgegangen. Diese haben die reguläre Studienordnung zum Teil gänzlich ersetzt, an einigen Hochschulen werden sie zusätzlich zum Regelstudium Medizin angeboten. Informieren kann man sich auf den Homepages folgender Unis: Witten-Herdecke, Köln, Heidelberg, Hannover, Berlin, Bochum und Aachen.

    Reformstudiengänge Humanmedizin: Allgemeine und spezielle Infos

    Modellstudiengänge Humanmedizin: Allgemeine und spezielle Infos

     

     

  • Wie viel kostet das Medizinstudium?

    Die deutsche Allgemeinheit kostet ein Medizinstudium etwa 30.000 Euro pro Jahr. Selber tragen muss man davon allerdings nur die 500 Euro Studiengebühren – und auch die nur in Bundesländern mit Studiengebühren. Eine Ausnahme ist natürlich die Privatuni Witten-Herdecke mit Kosten von etwa 25.000 Euro pro Studium. Ansonsten ist natürlich der Unterhalt des Studentendaseins zu bestreiten. Zu diesem kommen beim angehenden Mediziner vor allem Kosten für Bücher. Sonstige Anschaffungskosten sind überschaubar. Ein Minijob ist übrings durchaus während des Studiums möglich!

  • Welche Fächer werde ich in den ersten vier Semestern haben?

    Da sind zum einen die Grundlagenfächer Biologie, Physik, Chemie, Physiologie und Biochemie. Dann haben die Anatomie und die mikroskopische Anatomie, genannt Histologie einen großen Anteil. Zudem ist ein Terminologie-Kurs (=Latein), medizinische Psychologie und ein Praktikum "Berufsfelderkundung" vorgeschrieben.

  • Wann muss ich mich entscheiden, was für ein Arzt ich werden will?

    Bis auf die Zahnmediziner, die einen eigenen Studiengang haben, hat es damit Zeit bis nach dem Studium. Erst als approbierter Arzt (also nach der 2. Ärztlichen Prüfung am Ende der sechs Jahre), kann man sich für eine Spezialisierung entscheiden.

  • Hat man auch mal Freizeit oder lernt man sich zu Tode?

    Das Studium ist schon anstrengend, aber man kann sich den Stress auch selber machen. Es gibt natürlich auch Leute, die Tag und Nacht über ihren Büchern sitzen und lernen. Ob die dann die besseren Klausuren schreiben, geschweige denn die besseren Ärzte werden, das sei mal dahin gestellt... (Student im 10. Semester)

  • Welche Qualitäten brauche ich als zukünftiger Mediziner?

    Wünschenswert ist natürlich, dass Sie sich in andere Menschen hineinversetzen können, ganz allgemein gesagt ist eine gute Menschenkenntnis wichtig. Einfühlungsvermögen für das Leid der Patienten hört sich ziemlich abgefahren an, letztlich ist es aber eine der wünschenswertesten Eigenschaften, die Sie mitbringen können. Das heißt nicht, dass Sie sich alles wahnsinnig zu Herzen nehmen sollen (denn dann wird es schwierig, die oft ausweglosen Krankheiten ansehen zu müssen).

     

    Dazu zählt aber zum Beispiel das Gespür, einschätzen zu können, wann blöde Sprüche fehl am Platze sind. Nicht der coolste, den das alles nichts angeht, wird der beste Arzt!

     

    Sie sollten körperlich einigermaßen belastbar sein und eine gute Auffassungsgabe haben. Zu Anfang des Studiums ist es gerade für Anatomie sehr hilfreich, wenn Sie ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben. Das brauchen Sie auch später noch, beispielsweise bei der Beurteilung von Röntgen- oder CT-Bildern.

     

    Kaugummi kauende, mit ungepflegten Fingernägeln herumlaufende und mit einem alle fünf Minuten klingelnden Handy bewaffnete Leute wird es (leider!!!) auch bei Ihnen geben – umso schöner, wenn Sie nicht dazu gehören. Anders ausgedrückt, etwas Höflichkeit ein einigermaßen gepflegtes Äußeres und die sogenannte "gute Kinderstube" können nicht schaden. Wer glaubt, das Äußere sei heute doch nicht mehr wichtig, allein die Fähigkeiten zählen, der irrt. Versetzen Sie sich doch mal in die Lage, als heute Achtzigjähriger von einem Arzt in den Notaufnahme untersucht zu werden, der grüne Haare und zwei Nasen - sowie fünf Ohrringe trägt. Wie soll ein Patient Vertrauen zu diesem Arzt haben?

Studienplatztausch

  • Kann man während des Studiums den Ort problemlos wechseln?

    Diese Frage ist für diejenigen wichtig, die ihren Wunschplatz nicht bekommen haben, dieses befürchten oder sich verändern möchten. Es ist zum Einen möglich, sich direkt an der Wunsch-Uni zu bewerben, wenn man einen Studienplatz hat und nach den Möglichkeiten eines Quereinstiegs zu fragen. Dann gibt es zahlreiche Tauschbörsen, über die man einen Tauschpartner finden kann. Der Tauschpartner sollte sich im gleichen Semester befinden. Nach Ansicht vieler Studenten ist die beste Zeit für den Tausch nach dem Physikum, denn bis zu diesem Zeitpunkt haben alle Tauschpartner dieselben Scheine (für Kurse und Praktika) gemacht.

     

    Folgender Artikel beantwortet die Frage im Detail - hier finden Sie auch einige wichtige Tauschbörsen für Mediziner im Internet: Studienplatztausch

Pflegepraktikum und Erste-Hilfe-Kurs

  • Kann ich das Pflegepraktikum bereits in den Schulsommerferien machen?

    Das ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. In Baden-Württemberg ist dies zum Beispiel möglich, hier gibt es auch kein "Verfallsdatum". Von anderen Bundesländern ist wiederum zu hören, dass Krankenhäuser gar keine Praktikanten nehmen, die nicht bereits ein Studium oder eine Ausbildung begonnen haben. Zuständig für die Anerkennung des Praktikums sind die Landesprüfungsämter (LPA) für Heilberufe des jeweiligen Bundeslandes. Es lohnt sich, dort vorher anzurufen und nachzufragen, ob das Praktikum auch angerechnet wird, wenn noch keine Zulassung zum Medizinstudium vorliegt.

     

    Als Praktikum anerkannt wird auch der Zivildienst, sofern er im Krankenhaus auf einer "normalen" Station abgeleistet wird, also nicht nur im OP oder im Transportdienst des Krankenhauses. Ebenfalls anerkannt wird eine Ausbildung zur/zum Krankenschwester /-pfleger.

     

    Hier finden Sie die Adressen aller Landesprüfungsämter.

     

    Bei den Landesprüfungsämtern können Sie auch erfahren, ob ein Pflegepraktikum im Ausland anerkannt wird.

     

    Vorgeschrieben sind für das Praktikum 3 Monate (ein Monat geht zum Beispiel vom 3. März bis 2. April). Ob man das Pflegepraktikum auch splitten kann, müssen Sie ebenfalls beim zuständigen LPA erfragen.

     

    Näheres zu den außeruniversitären Praktika des Medizinstudiums.

  • Kann ich den erste Hilfe-Kurs bereits während der Schulzeit machen?

    In der Regel ist das möglich. Der Kurs muss 8 Doppelstunden (Achtung, Führerscheinkurs reicht nicht aus!) umfassen und muss bescheinigt werden. Diesen Schein gibt man dann mit der Anmeldung zur Prüfung am Ende des Grundlagenstudiums (= Physikum) nach vier Semestern ab. Es ist aber sinnvoll, rechtzeitig beim Landesprüfungsamt nachzufragen, ob der Kurs anerkannt wird, wenn er schon während der Schulzeit absolviert wurde. Denn auch hier können die Regelungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. Zudem sollten die Kenntnisse des Erste Hilfe-Kurses immer wieder aufgefrischt werden, darauf weist das Rote Kreuz hin. Das gilt auch für Medizinstudenten! Die Kursbescheinigung darf zum Zeitpunkt der Anmeldung zum Physikum nicht älter als 3 Jahre sein.

  • Wann kann ich mit dem Pflegepraktikum beginnen?

    Es ist nicht nur in den meisten Bundesländern möglich, sondern auch geschickt, zumindest einen Teil der drei Monate Praktikum vor Beginn des ersten Semesters zu machen. Erstens hat man dann in der anspruchsvollen Vorklinikzeit etwas mehr Luft. Und zweitens ist es eine Probe für sich selbst, ob man mit seinem Wusch Medizin zu studieren richtig liegt. Das Pflegepraktikum sollte dabei nicht als zu überwindendes Fegefeuer gelten: Auch wenn Ärzte keine Bettpfannen mehr wechseln, sollte man nicht nur wissen, was die Pflege leistet, sondern auch selbst das Gefühl haben, mit vielen Kollegen unterschiedlicher Profession im Team zusammenarbeiten zu können. Und nicht zuletzt bekommt man im Idealfall eine Ahnung davon, ob man der ständigen Konfrontation mit Menschen, vor allem mit leidenden Menschen, gewachsen sein könnte.

  • Wo kann ich das Pflegepraktikum machen?

    In fast allen Krankenhäusern auf fast allen Stationen. Es gibt allerdings ein paar Auflagen. Nachzulesen auf der Homepage der Ärztekammer des jeweiligen Bundeslandes – nicht vergessen, damit hinterher auch alles angerechnet wird! Wer loslegen will fragt am besten bei der Pflege und/oder Stationsleitung des gewünschten Krankenhauses an und schickt dann eine kurze Bewerbung. Für das Pflegepraktikum muss man weder bereits einen Studienplatz besitzen, noch das Pflegepraktikum unbedingt an der Universitätsklinik der angestrebten Studienstadt absolvieren.

  • Wird das Pflegepraktikum bezahlt?

    Nein, weder das Pflegepraktikum noch die Famulatur werden finanziell entlohnt.

  • Kann ein Pflegepraktikum "verfallen"?

    Ja! Meistens dürfen zwischen Anrechnung beim Landesprüfungsamt und Ausstellung der Bescheinigung nicht mehr als zwei oder drei Jahre (je nach Bundesland) vergangen sein. Wer also absehen kann, dass er einige Wartesemester haben wird, sollte sich nicht sofort in ein Pflegepraktikum stürzen.

  • Wenn ich Bedenken wegen des Präpkurses habe oder „kein Blut sehen“ kann, sollte ich dann lieber nicht Medizin studieren?

    Quatsch! Es ist ganz normal, mit einem flauen Gefühl das erste Mal in den Anatomiesaal zu gehen und im OP mal weiche Knie zu bekommen. Das haben fast alle, auch die ganz Coolen, nur in unterschiedlichem Ausmaß. Solange diese Bedenken nicht noch ernstere Hintergründe (wie zum Beispiel ethische Bedenken) haben, tut die Gewöhnung erfolgreich ihren Dienst.

Mein Studienort

Medizinstudenten berichten aus ihren Unistädten

Werde Lokalredakteur Die Unistädte auf Google Maps
Medizin im Ausland

Erfahrungsberichte und Tipps aus über 100 Ländern

Erfahrungsbericht schreiben Auslands-Infopakete

Via medici - das Fachmagazin

Cover Via medici 2.14
Aktuelle Ausgabe Kostenlos testen Via medici abonnieren

Die nächste Ausgabe erscheint am 23.05.2014