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  • Julia Schollbach
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  • 04.05.2015

Wenn die Wunschuni warten lässt: 5 Möglichkeiten, die Wartezeit zu überbrücken

Wer kein Einser-Abitur vorweisen kann, für den ist oft die Wartezeitquote die einzige Hoffnung auf einen Medizin-Studienplatz. In der Zwischenzeit gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um die Wartezeit zu überbrücken – und damit auch den ein oder anderen Pluspunkt fürs spätere Studium zu sammeln.

 

Foto: Thieme Verlagsgruppe

 

Nach wie vor ist ein Studienplatz für Medizin heiß begehrt: 43.002 Bewerber konkurrierten um die 8.999 Studienplätze im Wintersemester 2014/15. D.h., auf einen Studienplatz kommen 4,8 Bewerber.


Wer nicht gerade zu den Besten seines Abiturjahrgangs gehört, muss sich durchaus auf fünf bis sechs Jahre Wartezeit einstellen, wenn er in Deutschland Medizin studieren möchte. Was aber tun, wenn die Wunschuni zunächst einmal in weite Ferne rückt? Diese Möglichkeiten gibt es:

 

Möglichkeit 1: Ausbildung ahoi


Eine Ausbildung im medizinischen Bereich bringt viele Vorteile für das spätere Studium. Zwar werden deswegen die Klausuren nicht einfacher oder leichter bestanden, doch der Umgang mit Patienten und Ärzten, aber auch Professoren und Dozenten kann mit etwas Berufserfahrung wesentlich entspannter ausfallen. Wo frisch gebackene Abiturienten oft unsicher reagieren, können die „alten Hasen“ mit Erfahrung punkten.


Ein weiterer Vorteil: Wenn der Studienplatz endlich sicher ist, kann ein im medizinischen Bereich Ausgebildeter in fast jeder Stadt leicht einen Nebenjob in der Klinik oder beim Rettungsdienst ergattern.
Mögliche Ausbildungsoptionen: Gesundheits- und Krankenpfleger, Rettungssanitäter, Physiotherapeut, Hebamme, Altenpfleger, Operationstechnische Angestellte und viele weitere.

 

Möglichkeit 2: Freiwillige vor


Wer nur knapp am Studienplatz vorbeigeschrammt ist und lediglich ein paar Monate zu überbrücken hat, für den gibt es zahlreiche freiwillige Einsatzmöglichkeiten im In- und Ausland. So bietet beispielsweise der Bundesfreiwilligendienst Einsätze im Krankentransport, im Kinderhort oder beim Rettungsdienst. Meist gibt es ein Taschengeld von bis zu 360 Euro pro Monat.


Wen es ins Ausland zieht, sollte sich auch www.bmfsfj.de umschauen: Das Bundesministerium für Familie und Soziales hält zahlreiche Infos zum internationalen Einsatz für Freiwillige parat.

 

Möglichkeit 3: Ab ins Ausland


Ob im Rahmen eines Freiwilligendienstes, bei einem Sprachkurs, als Au Pair oder beim Work&Travel: Reisen bildet, fördert Eigenständigkeit und die Organisationsfähigkeit. Zudem schadet es nie, seine Sprachkenntnisse in der Fremde zu schulen – auch im Hinblick auf spätere Famulaturen oder PJ-Tertiale im Ausland. Gut zur ersten Orientierung: Die Datenbank des Familienministeriums mit Jobs, Praktika, Sprachkursen und Freiwilligenarbeit unter www.rausvonzuhaus.de

 

Möglichkeit 4: Arbeiten und Praktika


Mit diversen Neben- und Aushilfsjobs auf dem Bau, an der Tankstelle oder im Café um die Ecke kann die Wartezeit nicht nur überbrückt werden, sondern auch bereits das ein oder andere finanzielle Polster fürs spätere Studium angelegt werden.


Ebenfalls gut nutzen lässt sich die Wartezeit mit dem Krankenpflegepraktikum, das für alle Medizinstudenten verpflichtend ist. Insgesamt 90 Tage muss sich jeder Student laut Studienordnung bis zum Ablegen der 1. Ärztlichen Prüfung (normalerweise nach dem 4. Semester) mit der Grundpflege kranker Menschen in einer Klinik beschäftigt haben – wer den Dienst bereits vor Studienbeginn abgelegt hat, wird die künftigen Semesterferien also zur freien Verfügung haben.

 

Möglichkeit 5: Was anderes studieren


Wer vor hat, sich die Zeit bis zum Medizinstudium in einem weniger beschränkten oder gar zulassungsfreien Studiengang zu vertreiben, muss aufpassen, denn die Stiftung Hochschulstart sagt eindeutig: „Nicht als Wartezeit gezählt werden Semester, die jemand an einer deutschen Hochschule eingeschrieben war.“ Außerdem: Nach einem Abschluss in einem anderen Studienfach gilt man als Zweitstudienbewerber für Medizin und hat somit noch weniger Chancen auf eine Zulassung.

Auch wer sich zunächst in einem anderen naturwissenschaftlichen Studiengang einschreibt, kann später nicht automatisch zur Humanmedizin wechseln, sondern muss sich ebenso bei der Stiftung Hochschulstart bewerben.

 

 

 


Fazit: Möglichkeiten, die Zeit bis zum Medizinstudium zu überbrücken, gibt es genügend. Wer weiß, dass sein Noten-Schnitt nicht ausreicht, um direkt an die Wunschuni zu gelangen, sollte sich rechtzeitig, am besten schon vor der Abi-Prüfung Gedanken um einen Plan B machen.

Letztendlich gilt: Wer lange genug durchhält, gelangt auch an sein Ziel. Gerade beim Medizinstudium ist es zudem oft nur von Vorteil, zwischen Abi und Studium auch noch etwas anderes gemacht und über den Tellerrand geblickt zu haben – Zeit im Krankenhaus wird man als künftiger Student und Arzt später sowieso noch genug verbringen.

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