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  • Robin Rätz
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  • 18.11.2014

Das Medizinstudium an privaten Hochschulen – 5 Alternativen zur staatlichen Universität

Seit einiger Zeit sprießen private Hochschulen, die eine ärztliche Grundlagenbildung abseits des üblichen NC-Wahns bieten, wie Pilze aus dem Boden. Was bieten diese Hochschulen und welche Besonderheiten zeichnen sie aus?

80 – 90% der Bewerber für ein Medizinstudium erhalten keinen Studienplatz

Laut einer Umfrage des Instituts für Demografie Allensbach im Jahr 2013, steht der Arztberuf im Ansehen der Bevölkerung an erster Stelle. Kein Wunder, dass so viele junge Menschen nach dem weißen Kittel streben. Zu jedem Wintersemester bewerben sich rund 45.000 Abiturienten auf einen der knapp 9000 Studienplätze deutschlandweit (zum Sommersemester liegt das Verhältnis bei rund 18.000 zu 1600). Konkret bedeutet dies, dass nur etwa 20% von ihnen das heiß begehrte Studium ohne Umwege beginnen können. Im Sommersemester sind es sogar nur 10%. Die Konkurrenz ist zahlreich und das Auswahlverfahren so streng wie bei kaum einem anderen Studiengang.

 

Der NC sinkt, die Wartezeit steigt

Betrachtet man den für das Medizinstudium erforderlichen Numerus Clausus (NC) der letzten Jahre am Beispiel von Berlin, so fällt auf, dass er bis zum Sommersemester 2010 noch schwankend um 1,3 lag. Seit dem WiSe 2010/2011 jedoch liegt er kontinuierlich bei 1,0 bis 1,1. Die durchschnittliche Wartezeit ist von 10 auf 12 Semester gestiegen, die Durchschnittsnote hierfür von 2,2 auf 1,9 gefallen. Zum Vergleich: 2006 brauchte man noch 8 Wartesemester, was zum Beispiel der durchschnittlichen Dauer einer Ausbildung zur Krankenschwester entspricht.

Im aktuellen Wintersemester 2014/2015 benötigt man in 13 von 16 Bundesländern schon einen NC von 1,0, um über die Auswahl der Abiturbestennote einen Studienplatz zu bekommen. 20% der Plätze werden hierfür vergeben. Weitere 20% der Bewerber kommen über die Wartezeit ins Studium. Die liegt derzeit bei 12 Semestern und einer Durchschnittsnote von 1,9. Viele werden sich durch diese lange Wartezeit entmutigen lassen. Wo vorher noch ein kleiner „Umweg“ über eine artverwandte Ausbildung die Wartezeit zu überbrücken vermochte, ist nun Raum für eine Ausbildung mit anschließender ein- bis zweijähriger Berufstätigkeit, die Gründung einer Familie und eine Weltreise. Über das Auswahlverfahren der Hochschulen werden die übrigen 60% der Studienplätze vergeben, die keinen einheitlichen Kriterien unterliegen. Hier lohnt sich eine Vorabinformation, um für sich selbst die bestmöglichen Chancen zu sichern.

 

Private Hochschulen als Lösung?

Über Sinn und Sinnlosigkeit dieser offensichtlich unveränderbaren Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage, wird spätestens seit dem Bekanntwerden des fortschreitenden Ärztemangels diskutiert. Denn laut einer Studie von KBV und BÄK müssen bis zum Jahr 2020 allein im ambulanten Bereich rund 51.800 Ärzte ersetzt werden.

Seit einiger Zeit sprießen nun private Hochschulen, die eine ärztliche Grundlagenbildung abseits des üblichen NC-Wahns bieten, wie Pilze aus dem Boden. Im Jahr 2015 wird eine weitere Hochschule eröffnet, die nunmehr fünfte in Deutschland. Was die Hochschulen bieten, was sie fordern und welche Besonderheiten sie mit sich bringen, erfährst du im Folgenden.

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