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  • Christina Liebermann
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  • 16.12.2013

Stipendien in Deutschland

Gerade das Medizinstudium ist für junge Menschen - und auch für deren Eltern - oft eine finanzielle Herausforderung. Ein Stipendium kann die finanzielle Situation merklich verbessern. Dabei muss der Student nicht unbedingt überdurchschnittlich begabt sein, auch soziales und politisches Engagement oder besondere persönliche Eigenschaften werden honoriert.

Foto: ccvision

Stipendien werden von Ländern und Gemeinden vergeben, aber auch von Parteien, Kirchen, Gewerkschaften, Unternehmen, Organisationen und Privatpersonen.

Die aus staatlichen Zuschüssen gespeisten zwölf bundesweit tätigen Begabtenförderungswerke vergeben Stipendien an Studenten aller Fachrichtungen. Zahlreiche andere Stiftungen finanzieren zu einem großen Teil aus Spenden, die für den Spender steuerlich absetzbar sind.

Die Förderungsmittel von Studienstiftungen werden als Stipendien, Familien- und Auslandszuschläge, Büchergeld, für Studium, Auslandsaufenthalte, Forschung und Promotion vergeben.

Wer erhält ein Stipendium?

Der Vergabemodus ist bei den Begabtenförderungswerken weitestgehend gleich. Hier wird oft eine Parteimitgliedschaft oder Kirchenzugehörigkeit gerne gesehen – je nach Träger der Stiftung.

Eine Voraussetzung, die viele Stiftungen nennen, ist außergewöhnliche Begabung, sehr gute schulische oder Studienleistungen und soziales und gesellschaftspolitisches Engagement. Auch eine besondere Persönlichkeit wird oft gefordert. Bei manchen Stiftungen spielt auch soziale Bedürftigkeit eine Rolle, so zum Beispiel bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung der Partei "Die Linke" oder bei der Hartmannbund-Stiftung. Das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege fördert Medizinstudenten, die sich verpflichten, später als Arzt für gewisse Zeit im ländlichen Raum tätig zu sein.

Was sind die Vorteile von Stipendien?

Der Student erhält als Stipendiat regelmäßig über einen bestimmten Zeitraum, ein Forschungsvorhaben oder für einen Auslandaufenthalt, Geld von der Stiftung, mit dem er seinen Lebensunterhalt bewältigen und Bücher oder sonstige Materialien anschaffen kann. Das Geld muss der Stipendiat meistens nicht zurückzahlen.

Doch Stipendien bedeuten nicht nur finanzielle Unterstützung. Den geförderten Studenten werden außerdem Weiterbildungsveranstaltungen geboten, sie knüpfen Netzwerke und werden auch über den Zeitpunkt der Förderung hinaus persönlich begleitet. Die meisten Stiftungen bieten im Anschluss an die Förderung einen Austausch und Aktivitäten von Alumni. Sicherlich ist eine zurückliegende Begabtenförderung auch positiv für die weitere berufliche Karriere.

Bewerbung

Ob der Bewerber diese Voraussetzungen erfüllt, versuchen die Stiftungen meist durch eine schriftliche Bewerbung und in einem folgenden Auswahlgespräch festzustellen. Bewerbungsunterlagen müssen bei der jeweiligen Institution direkt angefordert werden oder stehen auf deren Homepages zum Download bereit. Meist wird ein Anschreiben mit Lebenslauf verlangt.

Für die endgültige Auswahl werden teilweise Gruppen von Bewerbern zu einem Auswahlseminar eingeladen. Sie müssen dann in Einzel- und Gruppengesprächen sowie in Kurzvorträgen überzeugen. In der Regel können sich Studenten selbst bewerben. Beispielsweise bei der Studienstiftung des Deutschen Volkes ist es jedoch notwendig, dass der Abiturient oder Student von dem Schuldirektor oder Hochschullehrer vorgeschlagen wird.

In jedem Fall gilt: Rechtzeitig bewerben! Nur so kann man schnellstmöglich von der Förderung profitieren. Bei vielen Förderwerken gibt es mittlerweile auch so genannte „Stipendien auf Probe“, für die man sich schon ab dem ersten Hochschulsemester bewerben kann. Für die Bewerbung sind dann noch keine benoteten Leistungsnachweise von der Uni notwendig – es genügt oft ein wissenschaftliches Gutachten eines Gymnasiallehrers. Während der folgenden zwei bis drei Semester haben die Stipendiaten dann Gelegenheit, die Stiftung durch ihre Leistungen und ihr Engagement zu überzeugen.

Wie finde ich das passende Stipendium?

Eine erste Übersicht mit Adressen und Informationen zu den Studienstiftungen in Deutschland findet sich hier.

Alternativ kann man sich auch in Stipendiendatenbanken, wie beispielsweise bei e-fellows.net, direkt auf die Suche nach dem passenden Stipendium machen. Abhängig von den persönlichen Eingaben erhält man dort eine Übersicht der potentiellen Stipendiengeber, zusammen mit Kontaktinformationen und Hinweisen zur Bewerbung.

Neu seit dem Sommersemester 2011: Das Deutschland-Stipendium

Auf Initiative der Bundesregierung wurde 2011 das Deutschland-Stipendium eingeführt. Stipendiaten werden einkommensunabhängig mit einem Betrag von 300 Euro pro Monat gefördert. Finanziert wird das Stipendium zu jeweils 50 Prozent vom Bund und privaten Förderern (Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen, Alumni). Über die Vergabe entscheidet ein Auswahlgremium direkt an der jeweiligen Hochschule. Diese übernimmt auch die Auszahlung der Fördermittel.

Weitere Infos unter: http://www.deutschland-stipendium.de/de/1625.php.

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