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  • Sandra Hoffmann
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  • 17.06.2010

Die Studienplatzbörse

Das Online-Portal www.freie-studienplaetze.de wurde im September 2009 zum ersten Mal in Betrieb genommen. Über diese Börse können bundesweit an allen Hochschulen Studienangebote gesucht und gefunden werden, in denen es wenige Wochen vor Semesterbeginn noch freie Studienplätze gibt. Mit Beginn der Vorlesungen schließt die Börse.

Studieninteressierte bewerben sich heutzutage auf mehrere Studienplätze gleichzeitig, da die Angebote mehr und mehr zulassungsbeschränkt sind. Zudem erhalten herausragende Bewerber häufig mehrere Zulassungen in einem Studiengang an verschiedenen Orten. Alle Studienplätze kann man nicht annehmen und so bleiben einige Studienplätze an den Hochschulen zunächst einmal frei. Daraufhin müssen zeitintensive Nachrückverfahren eingeleitet werden, um ungenutzte Studienplatzkapazitäten aufzufüllen. So kommen die Studenten in spe teilweise sehr spät in den Studiumsprozess, schreiben sich zwar für das laufende Semester ein, aber starten erst im nächsten Semester richtig durch.

 

Foto: Fotolia

Ziele der Studienplatzbörse

Gegen diese Problematik wendet sich das Online-Portal hochschulstart.de. Das Verfahren ist simpel: Durch einen Abgleich der Studienzulassungen wird vermieden, dass es zu Mehrfachzulassungen kommt. Dadurch fällt das Nachrückverfahren weg.

In erster Linie soll die Online-Börse eine Entlastung für die Hochschulen sein, da das aufwendige Nachrückverfahren hinfällig wird und der Verwaltung viel Arbeit und Kosten erspart bleiben. Außerdem können die Bewerber effizienter nach ihrer Eignung für die entsprechenden Studienangebote ausgewählt werden.

Nicht weniger profitieren davon die Studieninteressierten: Die Chancen auf den erwünschten Studiengang erhöhen sich. Zusätzlich ist der Status der Bewerbung online abrufbar.

Die Nutzung der Online-Börse

Der Zugang zum Portal ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Nach der regulären Vergabe von Studienplätzen erfolgt das Nachrückverfahren, wenn noch freie Plätze vorhanden sind. Sind im Anschluss immer noch "verschmähte" Studienangebote übrig, greift ein Losverfahren.

Was bietet die Online-Börse?

Bisher waren Losplätze in den Studiengängen, die von hochschulstart.de vergeben wurden, regelrechte Glückstreffer. Wahrscheinlicher war es da Plätze für Studiengänge zu bekommen, die nur lokal zulassungsbeschränkt waren - aber nur aufgrund fehlender Koordination in der Verwaltung.

Zudem wussten Studienbewerber bisher nicht, dass lokal nicht zulassungsbeschränkte Studienangebote ohne Vorauswahl vergeben werden und man sich direkt einschreiben kann.

Die Studienplatzbörse hat die Lösung, da sie Studienplätze mit und ohne örtliche Zulassungsbeschränkung anbietet.

Die Bewerbung

Wichtig: Bei Studienplätzen ohne Zulassungsbeschränkung können sich Bewerber direkt bei der Hochschule einschreiben. Existiert ein Studienangebot mit Beschränkung kann man sich über ein Kontaktformular an die entsprechende Hochschule wenden.

Für das Losverfahren kann man sich bei beliebig vielen Hochschulen anmelden, egal ob man sich vorher schon bei hochschulstart.de oder der Hochschule um einen Studienplatz bemüht hat. Die Studienplatzbörse zeigt die noch verfügbaren Restplätze an. Studienplätze, die von hochschulstart.de vergeben werden, sind nach Abschluss des Nachrückverfahrens im Online-Portal zu finden.

Folgende Suchkriterien gelten für den Wunschstudiengang:

  • Studienfach
  • Studientyp (grundständiges oder weiterführendes Studium)
  • Bundesland
  • Hochschulname
  • Abschlussart (Bachelor, Diplom, Lehramt, etc.)
  • Studienort
  • Hochschultyp (mit/ohne Promotionsrecht, FH, Musikhochschule, etc.)
  • Studium mit/ohne Zulassungsbeschränkung
  • Stichwortsuche

Die Hochschulen stellen ihr Studienangebot zu unterschiedlichen Zeiten in die Börse ein und bearbeiten es ständig. Daher lohnt es sich immer auf den Seiten der Studienplatzbörse vorbeizuschauen.

Die Gründer des Projekts

Die Studienplatzbörse ist ein Gemeinschaftsprojekt von hochschulstart.de, der Kultusministerkonferenz (KKF) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK).

Die gemeinsame Aufgabe lautet das aktuell undurchsichtige Verfahren der Studienplatzvergabe übersichtlicher zu gestalten. Pate für das Modell des Online-Portals stand die Börse des Landes Baden-Württemberg.

Der Bund unterstützt die Kultusminister- und Hochschulrektorenkonferenz und hat mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) insgesamt 15 Millionen Euro für das Projekt eingesetzt.

www.freie-studienplaetze.de

 


Sandra Hoffmann studiert Medizin und ist freie Autorin bei Via medici online.


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