• Bericht
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  • Marc Zraika
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  • 07.03.2014
  • Alte mazedonische Häuser in Stip mit dem Berg Isar im Hintergrund - Foto: Marc Zraika

    Alte mazedonische Häuser in Stip mit dem Berg Isar im Hintergrund - Foto: Marc Zraika

     
  • Medizinstudenten an der UGD - Foto: Marc Zraika

    Medizinstudenten an der UGD - Foto: Marc Zraika

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  • Marc Zraika mit Rektor Prof. Dr. Sasa Mitrev und Dekan Prof. Dr. rer. nat. Rubin Gulaboski  - Foto: Mark Zraika

    Marc Zraika mit Rektor Prof. Dr. Sasa Mitrev und Dekan Prof. Dr. rer. nat. Rubin Gulaboski - Foto: Mark Zraika

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  • Medizinstsudenten an der UGD - Foto: Marc Zraika

    Medizinstsudenten an der UGD - Foto: Marc Zraika

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  • Das Labor an der UGD ist mit den neuesten Geräten ausgestattet - Foto: Marc Zraica

    Das Labor an der UGD ist mit den neuesten Geräten ausgestattet - Foto: Marc Zraica

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  • Alexander der Große von Mazedonien - Foto: Marc Zraika

    Alexander der Große von Mazedonien - Foto: Marc Zraika

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  • Die Uniklinik ist hochmodern ausgestattet - Foto: Marc Zraika

    Die Uniklinik ist hochmodern ausgestattet - Foto: Marc Zraika

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  • Das Rektorat der Universität Goce Delcev Stip in Mazedonien - Foto: Mark Zraika

    Das Rektorat der Universität Goce Delcev Stip in Mazedonien - Foto: Mark Zraika

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  • Akademiker Dr. Zan Mitrev und Mark Zraika - Foto: Mark Zraika

    Akademiker Dr. Zan Mitrev und Mark Zraika - Foto: Mark Zraika

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  • Berg Isar in Stip mit seiner Burgruine - Foto: Mark Zraika

    Berg Isar in Stip mit seiner Burgruine - Foto: Mark Zraika

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  • Die Kirche St.  Nikola in Stip - Foto: Mark Zraika

    Die Kirche St. Nikola in Stip - Foto: Mark Zraika

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  • Intensivstation Filip II - Foto: Mark Zraika

    Intensivstation Filip II - Foto: Mark Zraika

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  • Campus der Medizinischen Fakultät - Foto: Mark Zraika

    Campus der Medizinischen Fakultät - Foto: Mark Zraika

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  • Campus der Medizinischen Fakultät - Foto: Mark Zraika

    Campus der Medizinischen Fakultät - Foto: Mark Zraika

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Das Medizinstudium in Mazedonien

Wer in Deutschland keinen Studienplatz bekommt, kann auf Unis im Ausland ausweichen. Marc Zraika ist zum Medizinstudium nach Mazedonien aufgebrochen. Hier erzählt er, warum ihm das Studium in der Stadt Stip so großen Spaß macht.

Mein Name ist Marc Zraika, ich bin 29 Jahre alt und im 8.Semester der Humanmedizin. Mein Studium absolviere ich in Mazedonien an der staatlichen Universität Goce Delcev (UGD) in der Stadt Stip. Mein Entschluss Medizin zu studieren kam recht spät, aber aus tiefer Überzeugung und Liebe zur Medizin. Da die Voraussetzungen in Deutschland für ein Medizinstudium recht hoch sind und ich keine langen Wartezeiten in Kauf nehmen wollte, entschloss ich mich, im Ausland zu studieren.

 

Warum Mazedonien?

Meinen Weg nach Mazedonien fand ich durch eine gute Freundin, die gebürtige Mazedonierin ist. Einen Bezug zu diesem Land hatte ich vorher nicht. Das Interesse ergab sich durch mehrere Gespräche mit ihr, als ich erzählte, dass ich unbedingt Medizin studieren möchte und eine Alternative zu einem Studium in Deutschland suche.

 

Erster Besuch in Mazedonien

Im August 2010 ging ich für eine Woche nach Mazedonien, um mich hier über das Medizinstudium und die Stadt Stip zu informieren. Die Ankunft in Skopje am Flughafen gab mir direkt ein gutes Gefühl, denn die Mazedonier machten einen sehr freundlichen Eindruck. Dann ging es direkt nach Stip. Am nächsten Tag besuchte ich die Uni und das Büro für ausländische Studenten. Auch dort wurde ich von den Sekretärinnen sehr freundlich empfangen. Dieser erste Besuch machte es mir leicht, mich für ein Studium in Mazedonien zu entscheiden.

 

Die Universität Goce Delcev 

Die Universität ist relativ jung und die Medizinstudierenden sind hier in der sechsten Generation. Zurzeit hat die Uni etwa 2300 Studenten der Humanmedizin. Es bestehen viele Kooperationen mit Partneruniversitäten in ganz Europa. Ebenfalls nimmt die Uni am Erasmus-Programm teil und hat ein Austauschprogramm mit der medizinischen Universität Tokuda in Bulgarien, wo auch viele meiner Kommilitonen zum hospitieren hinreisen. Für die nächsten Jahre sind weitere Projekte auf diesem Sektor geplant, sowie ein komplettes englischsprachiges Studienprogramm. Dies ist unserem Rektor Herrn Prof. Dr. Sasa Mitrev zu verdanken, der mit großem Engagement um die internationale Zusammenarbeit unter den Unis bemüht ist.

Die medizinische Universität wird von Dekan Prof. Dr. rer. nat. Rubin Gulaboski geleitet. Er wurde durch die Entdeckung neuer Derivate im  Q10-Enzym bekannt und hat ebenfalls ein Professorat in Deutschland: Er ist Gastprofessor an der Universität Homburg im Saarland.

Die UGD verfügt über die modernsten Forschungsgeräte wie zum Beispiel Elektronenmikroskop und neuste Laboratorien. Das Studium hier macht mir sehr großen Spaß, da das gesamte Klima an der Uni sehr gut ist und die Zusammenarbeit zwischen Professoren, Assistenten und Studenten sehr harmonisch verläuft. Ich lerne aus deutschen Thieme Büchern, da dies für mich verständlicher ist und das Lernen vereinfacht. Manchmal fragen mich sogar die Professoren, ob sie einmal hinein schauen dürfen, da vielen der Name Thieme sehr bekannt ist und die Bücher geschätzt werden. Sämtliche Vorgänge an der Uni sind elektronisiert und auf dem neusten Stand der Technik.

Die Unigebühren sind ähnlich den Deutschen und belaufen sich auf etwa 600 Euro pro Semester. Um in Mazedonien zu studieren, benötigt man das Fachabitur mit einer beglaubigten Apostille des Amtsgericht in Deutschland. Große Hürden wie einen strengen NC gibt es hier keine. Man muss sich lediglich an der Uni einschreiben.

Der Unterricht ist von sehr hoher Qualität, da fast alle Professoren einer internationalen Organisation wie der WHO, Unicef oder anderen Institutionen angehören und einen großen Erfahrungsschatz besitzen. Der gesamte Unterricht findet in englischer Sprache statt.

Das Studienprogramm ist wie in der gesamten EU nach dem Bologna-Programm ECTS (European Credit Transfer System) aufgebaut und alle Diplome sind in der EU anerkannt. Die Uni wurde vor kurzem vom TÜV NORD ausgezeichnet.

 

Die Unikliniken

Die Uni verfügt über zwei Kliniken. Zum einen das örtlich ansässige Stadtkrankenhaus Stip und die Fachklinik Filip II. in Skopje, die vom Direktor Dr. med.Zan Mitrev aufgebaut wurde und geleitet wird. Herr Dr. Mitrev ist Facharzt für Herzchirurgie und Vaskularchirurgie, er hat mehrere Jahre in Deutschland als Oberarzt im Uni-Klinikum in Frankfurt gearbeitet. Die Klinik Filip II ist eine Spezialklinik für Herzerkrankungen und Viszeralchirurgie, sie verfügt über die modernsten diagnostischen und interventionellen medizinischen Geräte. Im Jahr werden hier etwa 1.500 kardiochirugische Eingriffe und etwa 500 viszeralchirurgische Eingriffe durchgeführt. Dazu kommen jährlich etwa 40.000 diagnostische Interventionen. Die Klinik verfügt über 15 Intensivbetten, 15 Intermediate-Care-Betten und 20 Normalbetten. Wir Studenten fahren regelmäßig zu praktischen Übungen in die Klink Filip II. nach Skopje.

 

Die Stadt Stip

Die Stadt Stip ist ein kleines gemütliches Städtchen mit etwa 50.000 Einwohnern und etwa 18.000 Studierende.Sie zählt zu einer der größten Städte in Ost-Mazedonien. Die Stadt liegt an der Kreuzung der Lakavica, Ovce Pole und den Kočani Tälern. Zwei Flüsse durchqueren Stip: der Bregalnica, welcher der zweitgrößte in der Republik Mazedonien ist und die Otinja, die das Stadtzentrum teilt.

Der Hügel Isar, mit seiner frühmittelalterlichen Festungsruine, dominiert die Stadt und sorgt für den Bezug "Die Stadt unter der Isar". Stip ist ebenfalls die Hochburg der mazedonischen Modeindustrie. Es gibt etwa 100 Konfektionen, viele Deutsche namenhafte Hersteller lassen hier produzieren.

Das Studentenleben hier ist sehr schön, nach dem Lernen gehen wir oft raus in Cafes oder Discotheken; das Nachtleben in Stipist in Mazedoinenlegendär, weil hier regelmäßig am Wochenende Studentenpartys stattfinden. 

 

Meine Unterkunft

Ich wohne in einem schönen kleinen Apartment im Stadtzentrum, von wo aus ich überall in fünf bis zehn Minuten zu Fuß bin. Ein Auto benötigt man hier so gut wie nie und falls doch, sind die Taxis hier sehr günstig. Auch der Campus ist recht nah und schließt sich an das Zentrum an.

Freizeitmöglichkeiten gibt es hier sehr viele, vor allem kann man das Land erkunden. Mazedonien hat viele sehr alte Kirchen und Moscheen, die mehrere hundert bis tausend Jahre alt sind. Ebenfalls gibt es viele Museen, die sich mit der Antike des Landes beschäftigen, der Geschichte des Feldherren „Alexander der Grosse von Mazedonien“, dem Osmanischen Reich und der slawischen Geschichte, Sprache und Schrift.

Das Leben und der Alltag in Mazedonien ist sehr schön! Weil hier fast immer die Sonne scheint, hat man auch fast jeden Tag gute Laune und freut sich auf den Unialltag.  

 

Das Land Mazedonien

Mazedonien ist ein Land der zentralen Balkanhalbinsel in Südosteuropa. Es ist mit etwa zwei Millionen Einwohnern ein eher kleines Land in Europa. Mazedonien ist eines der Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien, von dem es 1991 seine Unabhängigkeit erklärte.   

Die Hauptstadt Skopje liegt im Norden des Landes. Mazedonien wurde 1993 ein Mitglied der Vereinten Nationen. Als Folge von Streitigkeiten mit Griechenland über den Namen, wurde es unter der vorläufigen Referenz ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (поранешна Југословенска Република Македонија = Poranešna Republika Makedonija Jugoslovenska), auch als FYROM abgekürzt, eingetragen.

Mazedonien ist ein Binnenland, das geographisch klar von einem zentralen Tal des Flusses Vardar gebildet wird und entlang seiner Grenzen von Bergketten umrahmt ist. Das Gelände ist meist schroff, es liegt zwischen den Gebirgen SAR und Osogov.  

Der mit 2.765 m Höchste Berg Korab befindet sich im jüngeren SAR-Gebierge. Die drei großen Seen Ohrid-See, Prespa-See und Dojran-See liegen an den südlichen Grenzen zu Albanien und Griechenland, die die Seen teilen. Ohrid gilt als einer der ältesten Seen und Biotope der Welt und ist als Weltkulturerbe durch die UNESCO geschützt. Die wunderschöne Landschaft wurde in den 80er Jahren durch viele amerikanische Westernfilme bekannt, die hier gedreht wurden.

Die Region ist seismisch aktiv und hatte in der Vergangenheit starke sehr zerstörerische Erdbeben erlebt, zuletzt im Jahr 1963. Skopje wurde stark von einem schweren Erdbeben beschädigt und es starben mehr als 1.000 Menschen.

Das Klima hier ist mild, wobei es im gebirgigen Landesinneren relativ rau sein kann. Generell liegt das Land im Übergangsgebiet zwischen dem mediterranen und dem kontinentalen Klima. Im Winter ist es recht niederschlagsreich, jedoch gemäßigt kalt und im Sommer sehr niederschlagsarm und heiß. Die Jahreszeiten des Herbstes und Frühlings sind schwach ausgeprägt, das heißt die Sommer und Winter sind relativ lang. Die Sonne scheint jedoch, egal ob Sommer oder Winter, relativ oft.

 

Fazit:

Auch wenn sich viel Kommolitionen aus Deutschland als Studienalternative für Ungarn oder andere EU-Länder entscheiden, ist Mazedonien eine echte Alternative. Den Schritt, nach Mazedonien zu gehen, würde ich jeder Zeit wieder tun.

Die Qualität der Vorlesungen ist auf höchstem Niveau durch unsere ausgezeichneten Professoren, die den Unterricht sehr lebhaft gestalten und viele Beispiele aus dem Klinikalltag einbinden. Ich würde jedoch jedem raten, aus deutschen Büchern zu lernen. Ich bin damit die letzten vier Jahre sehr gut zurecht gekommen.

Das Leben hier ist aus finanzieller Sicht besser als in Deutschland, da hier das Essen und die Unterkünfte etwa 60% günstiger sind als bei uns. Falls es Probleme mit der mazedonischen Sprache geben sollte, erklären die Professoren alles noch einmal auf Englisch, auch alle Prüfungen sind in englischer Sprache. Somit kann ich jedem, der eine Alternative zum Medizinstudium in Deutschland sucht, den Gang nach Mazedonien empfehlen.

 

Bei Fragen könnt ihr mich jederzeit unter der E-Mail m.zraika@gmx.de anschreiben. 

 

Adressen und Kontaktpersonen:

Adresse der Uni: 

University Goce Delcev  

Krste Misirkov

No.10-A P.O.

Box 201Stip 2000, Mazedonien

http://www.ugd.edu.mk/index.php/en/students/international-students

 

Kontaktperson UGD für Ausländische Studenten:

Pavlinka Pavlova–Miteva

Tel: +389 32 550 093

Fax: +389 32 390 700

pavlinka.pavlova@ugd.edu.mk

 

Adresse der Uniklink Filip II. Skopje

Special Hospital for surgical Diseases Filip Vtori

Bul. Ilinden113, 1000 Skopje

Tel.: +389 2 3091-500

Fax +38923091499

info@filipvtori.com

http://www.cardiosurgery.com.mk/

Homepage von Dekan Herrn Prof. Dr. Rer. Nat. Rubin Gulaboski: http://rubingulaboski.synthasite.com/

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