• Bericht
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  • Katja Helgert
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  • 07.11.2013

Katjas Weg ins Medizinstudium

Katja musste sechs Jahre lang auf ihren Medizinstudienplatz warten. Nun darf sie endlich an ihrer Traum-Uni studieren. Hier erzählt sie im Rückblick, wie sie die sechs Jahre erlebte und warum sie das Warten nicht bereut.

 

Zielscheibe - Foto: Fotolia/Eisenhans

Wer einen Medizinstudienplatz ergattern will, darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren - Foto: Fotolia/Eisenhans

 

Ich bin Katja, 26 Jahre alt und seit letztem Jahr darf ich endlich in Leipzig Medizin studieren. Bis es soweit war, vergingen sechs lange Jahre. Mein Abi machte ich 2006 mit einem Schnitt von 1,9. Damals betrug die Wartezeit auf einen Studienplatz 8. Semester und 1,9 war knapp am Studienplatz dran vorbei. Um die lange Zeit zu Überbrücken habe ich eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten gemacht, anschließend in der Kardiologie als Studienassistentin gearbeitet – und mich zwischendurch immer wieder auf einen Medizinstudienplatz beworben.

Da mein Favorit die Uni Lübeck war, die die Abinote mit einer Ausbildung um 0,4 aufwertet und mit TMS noch mal zusätzlich um 0,4, habe ich im Januar 2009 den TMS gemacht. Leider hat die Punktzahl nicht gereicht, um die Aufwertung für den TMS zu bekommen. Na gut, was anderes studieren? Kommt nicht in Frage! Also weiter beworben. Zwischenzeitlich hatte der Trend an den Unis, dass eine Ausbildung anerkannt wird, zugenommen. Das ist zwar schön und gut gewesen, reichte aber bei meinem Abi auch nicht.

Mittlerweile war auch die Anzahl der Wartesemester gestiegen. Dann war es noch so, dass die Angaben über das Auswahlverfahren teilweise zu ungenau waren. So schwankte ich ein Jahr zwischen Greifswald und Leipzig, entschied mich für Greifswald und habe im Nachhinein gesehen, dass es in Leipzig wahrscheinlich geklappt hätte. Toll! Also habe ich im nächsten Jahr (2011) Leipzig fürs Auswahlverfahren genommen. Auf die Idee kamen aber auch viele andere Bewerber mit Ausbildung, dadurch ist der Schnitt soweit hoch gegangen, dass es für mich wieder nicht gereicht hatte.

Das Jahr darauf dann die große Frage: Klappt es über die Wartesemester? Wahrscheinlich schon, wenn nicht wieder vorher ein Hype um den Ärztemangel in Deutschland entfacht. Ich habe mir dann die Durchschnitte der zuletzt angenommenen Studenten im Wartesemester Vergabeverfahren der einzelnen Unis angeguckt. Denn wenn die Uni zu gefragt ist, kann das auch wieder knapp werden und „irgendwohin“ wollte ich auch nicht.

Doch es klappte! Ich bekam 2012 einen Studienplatz in Leipzig. Den Schritt, solange zu warten, habe ich (noch) nicht bereut. Was mich jedoch an der ganzen Aktion am meisten gestört hat, ist, dass ich irgendwann nur noch von Jahr zu Jahr geplant habe. Nach dem Motto: Wenn es dieses Jahr nicht klappt, könnte ich ja nächstes Jahr angenommen werden. Hätte nach dem Abi festgestanden, dass ich sechs Jahre warten muss, wäre ich nach der Ausbildung noch mal ins Ausland gegangen. Aber so war immer der Gedanke da, ich brauch das Geld fürs Studium und wenn ich weggehe, habe ich kein Einkommen und muss vielleicht an das Ersparte ran. Außerdem wäre es toll, wenn man im Erststudium in Deutschland generell für die Kranken- und Pflegeversicherung freigestellt wäre, egal, wie alt man ist. Das würde die finanziellen Belastungen schon mal drastisch senken.

 

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