• Bericht
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  • Virginia Leutheuser
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  • 31.01.2014

Virginias Weg ins Medizinstudium

Virginia hat einen großen Traum: endlich Medizin studieren! Im ersten Anlauf ist sie am NC gescheitert – und versucht es jetzt auf einem Umweg.

Foto: Virginia Leutheuser

 

Bei vielen beginnt der Weg ins Medizinstudium nach einem Einser Abitur. Bei mir begann er früher. Viel früher. Bei mir begann er im Kindergarten. Auf Bildern, die ich im Alter von sechs Jahren zum Thema „Was ich einmal werden möchte" gemalt habe, sah ich mich schon selbst als Ärztin. Mit elf Jahren trat ich in das Jugendrotkreuz ein, nahm an Wettbewerben zum Thema „Erste Hilfe" teil und sammelte erste Erfahrungen im medizinischen Bereich bei der Absicherung von Großveranstaltungen.

In der Schule war ich nie der Überflieger. Was nicht daran lag, dass ich es nicht verstanden hätte – ich hatte einfach keine Lust zu lernen. Stattdessen beschäftigte ich mich eher mit Computerspielen, bei denen ich irgendwelche Krebszellen totschießen musste oder mit dem Lernen für Jugendrotkreuztests – die ich fast alle immer mit 100% bestand. Im zarten Alter von 16 war ich dann endlich alt genug um in die Bergwacht einzutreten –endlich! Nicht, dass mir der Sanitätsdienst keinen Spaß mehr bereitete, ganz im Gegenteil, aber ich wollte einfach eine andere Seite der Notfallrettung kennenlernen – und auf Skiern konnte es ja eigentlich auch nur doppelt so viel Spaß machen. So war es auch.

Im Abitur packte mich dann der Ehrgeiz wieder – doch leider verfehlte ich in der Deutsch-Abiturprüfung das Thema. Der direkte Weg zum Medizinstudium blieb mir so mit einem Schnitt von 2,... verwehrt. So entschied ich mich, erst mal mein praktisches und theoretisches Wissen im Bereich der Medizin zu vertiefen und begann eine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Uniklinik Erlangen. Obwohl mir die Ausbildung viel Spaß bereitete, merkte ich schnell, dass ich mehr wissen wollte. Dass mir Antworten, die für meine Klassenkameraden mehr als zufriedenstellend waren, für mich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein waren. Ich wurde unzufrieden, verbrachte viele Nachmittage in der Universitätsbibliothek und las mich in Themen ein, die meiner Meinung nach im Unterricht zu kurz kamen.

Im Oktober 2013 schloss ich die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin sehr erfolgreich mit einem perfekten Notendurchschnitt ab. Seitdem arbeite ich auf einer interdisziplinären Intensivstation und hoffe jedes Semester aufs Neue, endlich die heiß ersehnte Zusage für einen Medizinstudienplatz zu bekommen. In meiner Freizeit versuche ich nun, mir viele Themen schon selbst beizubringen und fahre ehrenamtlich beim Rettungsdienst mit.  

Ich persönlich finde das System der Studienplatzverteilung relativ ungünstig, da solche Faktoren wie besonderes Interesse und Vorkenntnisse kaum berücksichtigt werden. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Denjenigen unter euch, die bisher auch noch nicht die Möglichkeit hatten, ihren Traum zu verwirklichen, kann ich nur raten, die Wartesemester sinnvoll zu nutzen, indem ihr eine Ausbildung im medizinischen Bereich macht. Spätestens ab dem klinischen Teil und der Famulatur werdet ihr davon definitiv profitieren.

 

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