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  • Ines Elsenhans
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  • 21.11.2018

Test für Medizinische Studiengänge (TMS)

Seit 2006 ist er wieder da, der "Medizinertest": Viele Fakultäten haben den Test für Medizinische Studiengänge (TMS) wieder eingeführt. Der Test, der Konzentrationsvermögen, Textverständnis, räumliches Denken und Auffassungsgabe prüft, kann die Zulassungschancen für das Medizinstudium erhöhen.

 

So mancher Arzt, der in den 80ern oder frühen 90ern sein Medizinstudium begonnen hat, wird sich mehr oder weniger mit Schrecken an den Test für Medizinische Studiengänge (TMS) erinnern. p, q, d und p ausstreichen, Schlauchfiguren räumlich zuordnen oder sich an Textinformationen erinnern. Nicht jeder hat an dem obligatorischen Test gerne teilgenommen, aber viele haben profitiert und ihre Chancen auf einen Studienplatz trotz suboptimaler Abiturnote verbessert.

Aufgrund immenser Kosten und zurückgehender Bewerberzahlen wurde der Test schließlich 1997 eingestellt. Die nächste Änderung verlagerte die Verantwortung für die Auswahl von Bewerbern von der Stiftung für Hochschulzulassung SfH (damals ZVS) auf die medizinischen Fakultäten, die nun im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) 60% der zukünftigen Medizinstudenten selbst aussuchen dürfen.

Da das AdH für die Universitäten sehr zeitintensiv und teuer ist, haben zunächst nur die baden-württembergischen Hochschulen (Freiburg, Ulm, Heidelberg, Tübingen) wieder den TMS eingeführt - doch andere Unis zogen nach: Mittlerweile hat sich der TMS an 27 deutschen Hochschulen als Auswahlkriterium etabliert.

"Die Datenlage ist eindeutig: Test und Abitur sagen den Studienerfolg am besten vorher", sagt Koordinatorin Martina Kadmon, Ärztin an der Uni-Klinik Heidelberg gegenüber Spiegel-Online. Nach Angaben der Organisatoren entzieht sich der Test einer kurzzeitigen Beeinflussung, da er das Ergebnis langjähriger Lern- und Entwicklungsprozesse messe. Dennoch weisen sie darauf hin, dass man sich über den Ablauf und die Inhalte des Tests ausreichend informieren und ihn auch einmal durchspielen sollte, um bessere Resultate zu erzielen. Federführend für die Organisation des Tests ist die Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg. Dort befindet sich auch die Koordinationsstelle (siehe unten).

 

Großer Unterschied: freiwillig und gebührenpflichtig

 Im Gegensatz zum ehemaligen Medizinertest ist der TMS in Baden-Württemberg nicht Pflicht - man darf, muss aber nicht teilnehmen. Die SfH weist ausdrücklich darauf hin, dass man durch den Test seine Zulassungschancen nicht verschlechtern, sondern nur verbessern kann. Man kann sich also auch ohne Teilnahme am TMS an einer Universität in Baden-Württemberg bewerben, allerdings gehen solche Bewerber das Risiko ein, von Abiturienten mit schlechterem Abschluss ausgebootet zu werden.

Die einzelnen Universitäten gewichten das Testergebnis unterschiedlich bei der Zulassung ihrer Studenten. Für viele Universitäten außerhalb Baden-Württembergs ist der Test momentan noch vollkommen irrelevant. Christian Opp, Test-Organisator in Leipzig, wo der Test auch schon eingeführt wurde, äußert sich aber gegenüber Spiegel-Online: "Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Modell in Baden-Württemberg auch bundesweit greifen wird."
Die Organisatoren haben aus der Vergangenheit gelernt, in der die Kosten für den TMS in die Millionen ging: Nun wird von jedem Teilnehmer eine Gebühr in Höhe von 73 Euro verlangt, die nach der Anmeldung überwiesen werden muss.

Rechtzeitige Anmeldung erforderlich/Testorte

 Wer am TMS teilnehmen möchte, muss sich zwischen dem 1. Dezember und 15. Januar online anmelden - der TMS findet nur einmal jährlich statt. Das Anmeldeformular findest du unter www.tms-info.org. Hier findest du auch den Termin für den nächsten TMS. Im Anschluss an die Anmeldung wird eine Bankverbindung genannt, auf die bis zu einem bestimmten Termin, 73 € überwiesen werden müssen.

Im Online-Anmeldeformular hat der Interessent die Möglichkeit, seinen Test-Ort zu wählen. Allerdings hält sich der Veranstalter vor, die Teilnehmer umzuverteilen, wenn an einem Ort die Auslastung zu gering ist. Obwohl der Test vor allem in Baden-Württemberg für die Studienplatzbewerbung anerkannt wird, wurden die Testlokale über das Bundesgebiet verteilt, allerdings mit Schwerpunkt im Schwabenland.

 

Ausland/Ausländer und TMS

Ein im Ausland erworbenes Abitur muss für die Anmeldung zum Test in Deutschland anerkannt sein. Auch für solche Abiturienten ist die Teilnahme sinnvoll und findet "in analoger Weise" statt. Ausländer aus der EU oder dem EU-Wirtschaftsraum dürfen am TMS teilnehmen, die Anrechnung erfolgt wie bei den deutschen Teilnehmern.

Ausländer aus Nicht-EU-Ländern können hingegen nicht teilnehmen, da für diese eine gesonderte Quote erfolgt. Der Test findet ausschließlich in deutscher Sprache statt. Anstatt des (deutschen) TMS kann nicht das Ergebnis eines im Ausland absolvierten Tests für Medizinische Studiengänge zur Wertung herangezogen werden. So ist zum Beispiel der schweizerische EMS oder österreichische MedAT in Deutschland wertlos. Nur wer am TMS in Deutschland teilgenommen hat, kann sein Testergebnis anrechnen lassen.

 

Vorbereitung auf den TMS

Es lohnt sich, sich auf den Test gebührend vorzubereiten, auch wenn seitens der TMS-Koordinatoren darauf hingewiesen wird, dass der Test sich "einer kurzzeitigen Beeinflussung entzieht". Doch es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich mit dem Aufbau und dem Fragestil vertraut zu machen.

Der Test sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, da jeder nur einmal daran teilnehmen kann - das Testergebnis gilt dann für alle möglicherweise noch folgenden Bewerbungen um einen Studienplatz für Medizin oder Zahnmedizin.

Mit der App TMS Trainer kannst du dich auf den TMS vorbereiten. Die App beinhaltet folgende Kategorien des TMS:

Quantitative und formale Probleme

Schlauchfiguren

Textverständnis

Konzentrationstest

Figuren lernen

Fakten lernen

Medizinisches Grundverständnis

Muster zuordnen

Diagramme und Tabellen

Auch die Übungsbücher von Medfreak eignen sich hervorragend als Vorbereitung auf den TMS. Sie werden regelmäßig überarbeitet und weiterentwickelt und sind so immer den neuesten Testanforderungen angepasst. Außerdem bietet Medfreak Vorbereitungskurse und Testsimulationen an, die dich optimal für den Prüfungstag rüsten.

Daneben solltest du außerdem die beiden veröffentlichten Originalversionen lösen.

 

Es ist soweit - was gilt es zu beachten?

Unbedingt mitbringen zum TMS müssen die Kandidaten:

  • Ausweis (Personalausweis oder Reisepass)
  • Endgültiges Einladungsschreiben (E-Mail)
  • Schwarze oder dunkelblaue Faserstifte, nicht verlaufend

Empfohlen wird darüber hinaus:

  • Textmarker
  • Verpflegung
  • Uhr (Handys sind nicht zugelassen)
  • Sitzkissen
  • Taschentücher
  • evtl. benötigte Medikamente 
  • Dose oder Beutel (durchsichtig)

 

Was geschieht, wenn ich den Test absolviert habe?

 

Die Testergebnisse werden dem Teilnehmer von der ITB Consulting Gmbh zugestellt. Mit dem Testergebnis und Abiturzeugnis bewerben sich die Teilnehmer dann bei Hochschulstart.de.

Die Gewichtung des Testergebnisses erfolgt an den einzelnen Universitäten unterschiedlich, da die medizinischen Fakultäten berechtigt sind, eigenverantwortlich Kriterien für das AdH festzulegen. Auf jeden Fall erhält die Abiturnote eine höhere Gewichtung als das Testergebnis. Außerdem werden auch zukünftig weitere Faktoren wie eine medizinnahe Ausbildung und Berufserfahrung, oder die erfolgreiche Teilnahme an bildungsbezogenen Wettbewerben berücksichtigt.

Übrigens: Am Test kann man nur einmal teilnehmen.

 

       

Anmeldung für den Test

Die Anmeldung zum Medizinertest erfolgt ausschließlich online. Du kannst dich über das Online-Anmeldeformular registrieren. Unmittelbar nach deiner Testanmeldung erhältst du eine Eingangsbestätigung per E-Mail.

Zum Anmeldeformular

 

Kommentar einer Leserin zum TMS

Ich fand den TMS gar nicht so schlecht damals, als es noch eine Testbestenquote gab und ich trotz eines Abischnitts von über zwei einen Studienplatz erhielt. Heute muss ich sagen: Der Test ist eine gute Idee, er prüft sehr wohl Kompetenzen, die man später braucht. Der Druck beim Test ist aber kaum vergleichbar mit dem, was einen später so erwartet. Wer die Vorbereitung auf den Test und den Test selbst bereits für zu anstrengend hält, der sollte seinen Berufswunsch noch einmal genau überdenken! (Kirsten de Looze)

 

Mehr Informationen

 

Alle Informationen zum TMS gibt es unter www.tms-info.org

Für weitere, schriftliche Anfragen steht die Koordinationsstelle in Heidelberg zur Verfügung.

 

TMS-Koordinationsstelle 
Universität Heidelberg 
Im Neuenheimer Feld 155
69120 Heidelberg

Für dringende Fragen: Infotelefon unter der Telefonnummer 06221 - 56 68 07

Auf der Online-Lernplattform studymed kannst du für den TMS üben:  www.studymed.eu 

 

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