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  • Ines Elsenhans
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  • 06.05.2015

Wie du dich am besten auf den Medizinertest (MedAT) in Österreich vorbereitest

Wer in Österreich Medizin studieren möchte, kommt am Medizinertest MedAT nicht vorbei. Doch wie lernt man auf den MedAT?

 

Gruppe Studenten - Foto: Minerva Studio – Fotolia.com

Die besten Tipps zur Vorbereitung auf den MedAT kommen von Studenten, die den Test schon bestanden haben. Foto: Minerva Studio – Fotolia.com

 

Die Anmeldung zum MedAT ist erfolgreich abgeschickt, die Teilnehmergebühr überwiesen und das alles vor dem 30.April. Glückwunsch, die erste Hürde hast du geschafft!


Nun stellt sich die Frage: Wie soll ich mich denn jetzt nur vorbereiten?
Einen goldenen Weg gibt es leider nicht, aber aus den Erfahrungen von Studenten, die im MedAT erfolgreich waren, kann man einiges lernen. Hier berichten Medizinstudenten von ihrer Vorbereitung und ihren Erfahrungen mit dem MedAT, zudem geben sie die besten Tipps, damit auch du die Hürde MedAt schaffst. Die Studenten sind alle im 2. Semester der Uni Innsbruck und haben den Test im Juli 2014 geschrieben.

 

Resa:


"Hallo du bald-Medizinstudent da draußen. Ich habe im April mit dem Lernen begonnen. Nachdem ich zuvor zwei Semester Biologie studiert hatte, musste ich hierfür weniger Zeit aufwenden als komplette Anfänger. Anfangs war es schwierig, einen Überblick über die Stoffmenge zu bekommen. Aber wenn man sich an die Stichwortlisten hält, ist das ein guter Plan. Ich habe mich bemüht, regelmäßig meine Zeit zum Lernen zu finden. Nach und nach musste ich aber mein Lernpensum steigern. 8 Wochen vor dem Test habe ich dann angefangen, meine kognitiven Fähigkeiten zu trainieren. Früher lohnt sich definitiv nicht, auch weil man nur begrenzt Übungsmaterial zur Verfügung hat.
Für Biologie hatte ich das Buch Der Körper des Menschen, für Chemie das Buch Chemie für Mediziner und für Physik habe ich aus verschiedenen Büchern in der Bibliothek in Innsbruck ein paar Themen nachgelesen. Auch Youtube-Videos haben mir viel geholfen, komplexere Vorgänge zu verstehen.
Am Testtag war ich froh, endlich meine erworbenen Fähigkeiten und mein Wissen auf die Probe stellen zu dürfen. Klar war ich super aufgeregt – die vielen Teilnehmer, die große Halle mit Tischen so weit das Auge reicht, die lange Schlange vor der Damentoilette. Da ist es einfach wichtig, sich nicht von den anderen anstecken zu lassen. Zum Glück hat mich meine beste Freundin zum Testort begleitet und mich beim Anstehen draußen etwas abgelenkt! Mein Tipp: Mach dein eigenes Ding! Lass dich von anderen nicht stressen!“

 

Maxi:


„Ich habe sehr spät angefangen mich auf den Test vorzubereiten. Im Mai habe ich damit begonnen, die Stichwortlisten zu durchforsten und die Begriffe zu googlen. Bücher habe ich keine benutzt, die waren mir zu teuer. Als ich dann Ende Juni die Beispielfragen auf der vmc-Internet Seite der Uni Graz beantworten wollte, war ich nicht sonderlich gut. Wenn ich vorher gewusst hätte, welches Niveau die Fragen haben, hätte ich mich wahrscheinlich viel mehr gestresst. Ich rate daher, früh mit dem Lernen zu beginnen, regelmäßig zu lernen und sich mit den Inhalten vertraut zu machen. Anhand von dem, was man dann nicht genau genug gelernt hat, kann man noch mal die einzelnen Themen nacharbeiten. Seid dir aber bewusst, dass man nicht alles wissen kann und wirklich sau-schwierige Fragen dabei sind. Im Test habe ich meine schlechte Vorbereitung vor allem durch den kognitiven Testteil ausgleichen können. Da war ich sehr gut. Der Teil war ja am Nachmittag dran, da können sich viele nicht mehr so gut konzentrieren. Ich hatte da weniger Probleme und konnte mich wohl hier von den anderen abheben. Der BMS-Teil (Basiskenntnistest für medizinische Studien) war aber trotzdem besser als mittelmäßig, sodass es alles in allem doch irgendwie gereicht haben muss.Übrigens empfehle ich für den Testtag eine bequeme Hose, nen einfachen Pulli falls es zu kühl sein sollte und dein Lieblingshalstuch. Glücksbringer sind nicht so meins.“


Anna:


„Servus! Ich habe im März angefangen jeden Tag unter der Woche mehr oder weniger konsequent vormittags 2-3h in der Bib zu lernen. Ich habe mir die Biologiebücher rausgesucht, die mich optisch und didaktisch am meisten angesprochen haben. Die Begriffe, mit denen ich nichts anfangen konnte, hab ich im Internet nachgegoogelt. Auf Wikipedia und DocCheck Flexikon erscheinen viele weiterführende Links, die die Themen untereinander vernetzen. Anfangs war ich noch sehr ineffektiv. Aber das wurde mit der Zeit besser. Nach ein paar Wochen habe ich gemerkt, dass es langsam an der Zeit ist, das Pensum zu erhöhen. So bin ich dann auch nachmittags für eine, später dann auch für 3-4 Stunden in der Bib gewesen. Im April war dann Chemie dran. Im Mai und Juni habe ich mich mit Beispielfragen beschäftigt, die ich von Teilnehmern aus verschiedenen Vorbereitungskursen erhalten hatte. Zudem habe ich die Themen wiederholt, meine eigenen Skripte gefühlte tausend Mal ergänzt und vor allem die kognitiven Fähigkeiten trainiert. Dazu hatte ich glücklicherweise das Buch Leitfaden MedAT von den Medgurus. Wirklich sehr empfehlenswert! Leider habe ich an keinem Crashkurs bei den Medgurus teilgenommen, das hätte mir viel Zeit erspart. Ich habe mir alles mit dem Leitfaden selbst erarbeitet. Gegen Ende hatte ich mir dadurch eine Konzentration antrainiert, mit der ich mich über 3h mit lediglich ein paar 2-3 Minuten Pausen zu konzentrieren. Dies entsprach auch genau dem Testniveau. Für die Lernzeit empfehle ich, sie nach und nach zu steigern. Man kann sich nicht auf Anhieb sofort eine Stunde konzentrieren. Aber dies gelingt sehr bald durch kontinuierliches Lernen. Man muss auch akzeptieren, dass es Tage gibt, da geht einfach gar nichts. Diese Tage gilt es zu erkennen. Hier kann man auch mal rausgehen, sich mit Freunden treffen, mal den Kopf vom Lernstress freibekommen. Es soll dir persönlich noch gut gehen! Wenn in deinem Kopf alles okay ist, kannst du auch lerntechnisch was erreichen. Belohne dich für kleine Erfolge. Such dir gute Freunde in deinem Umfeld, die dich motivieren! Rede dir ein du schaffst das! Mentale Stärke ist meiner Meinung nach das Wichtigste.“

 


Die Beispiele der 3 Kommilitonen zeigen: Jeder macht es anders, jeder kann sich unterschiedlich gut konzentrieren und bevorzugt andere Bücher. Der eine lernt mit einem Partner, der andere alleine. Finde heraus was dein persönlicher Lernstil ist.

Mein Tipp ist, sich alles rauszuschreiben, was man lernt. Das nimmt anfangs viel Zeit in Anspruch, aber wenn du alles in eigenen Worten und Stichpunkten aufschreibst und dir Gedanken dazu machst, kannst du es dir viel besser merken. Du behältst den Überblick, was du schon alles gemacht hast ... oder auch nicht ;-) Du kannst im Nachhinein deine Skripte ergänzen, Querverweise einbauen und vor allem dann daraus lernen.

Außerdem: Mach dich mit Originalfragen vertraut! Sehr viele Vorbereitungskurse bieten hier enorm viel Übungsmaterial an. Durch die Fragen merkst du, wie gut und genau du gelernt hast und erkennst schnell, welches Thema du zu oberflächlich behandelt hast.

Am Testtag musst du einfach cool bleiben! Denk dir: „Ich bin der Beste! Ich schaff das! Ich hab´s drauf! I´am sexy and I know it!“;-)

Alles was du weißt und kannst, wirst du auch zu Papier bringen. Alles was du nicht weißt, kannst du erst einmal nicht ändern. Aber lass dich davon nicht beeinflussen oder ärgern. Fokussiere dich auf die nächste Aufgabe. Sei dir auch bewusst, dass bei so einem Test immer ein wenig Glück dazu gehört.
Was hier zählt ist nicht deine Intelligenz, sondern dein Wille.


Ich selbst habe den Test drei mal geschrieben ... irgendwann wollte ich es dann stark genug und siehe da, es hat geklappt. Also zieh dir deine Lieblingsunterhose an und Hau rein!

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