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  • Sandra Hoffmann
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  • 15.11.2012

Infos zur Zulassung

Nach wie vor erfreut sich das Studium der Humanmedizin großer Beliebtheit. Wenn auch du Interesse am Medizinstudium hast, dann führt kein Weg an der gefürchteten Zulassungsstelle vorbei. Mittlerweile gibt es aber zahlreiche Wege, um an einen Studienplatz zu kommen. Im folgenden klären wir die wichtigsten Fragen zur Zulassung zum Medizinstudium.

 

Zuständig für die Bewerbungsabwicklung für zulassungsbeschränkte Studiengänge ist in Deutschland die Stiftung für Hochschulzulassung (ehemals "ZVS").  Das Internetportal, das Magazin und die Bewerbung läuft unter dem Namen hochschulSTART.de. Die Online-Plattform hochschulSTART.de soll die Studienplatzvergabe erleichtern und transparenter machen.

hochschulSTART.de ist sowohl für die Verteilung von bundesweit durch einen Numerus Clausus (NC) beschränkten Studienfächern, sowie für die Verteilung einiger Studiengänge im sog. Service-Verfahren zuständig.

Darunter fällt neben der Medizin auch die Zahnmedizin, die Tiermedizin und die Pharmazie.

 

Verteilungsquoten

Von diesen Studienfächern werden 40% der Plätze direkt von hochschulSTART.de vergeben - wovon die Hälfte nach Abiturnote (NC), die andere nach Wartezeit verteilt werden.

Die restlichen 60% der Studienplätze werden von den Hochschulen in einem Auswahlverfahren (AdH) vergeben.

 

Numerus Clausus (NC)

Numerus Clausus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "geschlossene Zahl". Gibt es für eine Studienfach mehr Bewerber als Plätze, wird die Zulassung beschränkt. Ob die Abiturnote ausreicht, um einen Platz zu bekommen, hängt von den anderen Bewerbern ab und kann von Semester zu Semester variieren.

Die in dieser Quote verfügbaren Studienplätze werden in 16 Landesquoten aufgeteilt, wodurch nur Studienbewerber eines Bundeslandes miteinander konkurrieren, um unterschiedliche Maßstäbe bei der Benotung der schulischen Leistungen auszugleichen.

NC-Werte für das Medizinstudium für die vergangenen Jahre

 

 

Wartezeitquote

Als Wartezeit gilt die Zeit nach Erreichen der Hochschulreife (in Halbjahren), wobei innerhalb einer Gruppe mit gleicher Wartezeit nach dem Notendurchschnitt sortiert wird. Hier bestehen nebenbei keine Landesquoten.

"Parkstudiensemester" werden von den Wartesemestern abgezogen. Als Parkstudium gilt das Studium an einer deutschen Hochschule - auch wenn man keine Lehrveranstaltungen besucht oder trotz Einschreibung ein Urlaubssemester beantragt.

 

Entscheidung über den Studienort

Bei der Verteilung der über Wartezeit ausgewählten Bewerber sind hauptsächlich die von diesen genannten Ortspräferenzen maßgeblich. Wenn die Bewerberzahl die Kapazitäten der Wunschuniversität übersteigt wird nach folgenden sozialen Kriterien entschieden:

    1. Schwerbehinderte Personen
    2. Personen mit Ehegatte/in oder Kind/ern (und mit diesen eine Wohnung teilend)
    3. Personen mit zwingenden Bindungen an erstgenannten Studienort
    4. Personen, die bei ihren (Pflege)Eltern wohnen - und an der nächstgelegenen Hochschule studieren möchtenPersonen, auf die oben genannte Kriterien nicht zutreffen - und deshalb erst als letzte berücksichtigt werden können

     

    Die Auswahl durch die Hochschulen

    60% der Plätze werden im Auswahlverfahren über die Hochschulen vergeben (AdH).

    Zeitlich wird das AdH nach der Auswahl der Abiturbesten- und der Wartezeitquote durchgeführt.

    Wer am Auswahlverfahren teilnehmen möchte, muss sich bei hochschulSTART.de bewerben, wobei in wenigen Ausnahmen einige Hochschulen zusätzlich die Zusendung von Unterlagen verlangen. Dadurch werden von den Hochschulen Ausschlussfristen gesetzt - denn wer die Frist versäumt, wird automatisch vom Zulassungsantrag ausgeschlossen.

    Wer darf am AdH teilnehmen?

    Wer am AdH teilnehmen möchte muss mindestens eine Hochschule - maximal sechs - nennen.

    Von der Teilnahme sind ausgeschlossen:

    • Zugelassene in der Abiturbestenquote (auch wenn sie sich nicht eingeschrieben haben)
    • Zugelassene in der Wartezeitquote (auch wenn sie sich nicht eingeschrieben haben)
    • Zweitstudienbewerber
    • Bewerber mit bestandener Zwischenprüfung einer Fachhochschule
    • Sanitätsoffizieranwärter der Bundeswehr

     

    Vorauswahl

    Einige Hochschulen begrenzen die Zahl der Teilnehmer und wählen ihre Bewerber nach verschiedenen Vorkriterien aus, wie zum Beispiel:

    • Abiturdurchschnittsnote
    • Ortspräferenz
    • Kombination beider Kriterien

    Soweit keine Vorgaben für eine Vorauswahl von der Hochschule angegeben wurden, werden alle Bewerber, die die Hochschule auf einem der sechs Plätze genannt haben, am AdH beteiligt.

    Hier geht es zu den Vorauswahlkriterien der einzelnen Hochschulen (Stand Juli 2010):

    Vorauswahlkriterien in Medizin, Pharmazie, Tiermedizin (PDF)

     

    Auswahlkriterien der Hochschulen

    Auf die Vorauswahl folgt das eigentliche Auswahlverfahren. Hier kann die Durchschnittsnote durch folgende Kriterien ergänzt werden:

    • Einzelnoten
    • Ergebnis eines fachspezifischen Studierfähigkeitstests (TMS*, s.u.)
    • Berufsausbildung oder Berufstätigkeit
    • Ergebnis eines Auswahlgesprächs
    • sonstige durch das jeweilige Landesrecht zugelassene Kriterien
    • Kombination dieser Kriterien

     

    TMS

    Eine Möglichkeit, um seine Chancen im AdH zu verbessern, bietet einige Bundesländer: Durch die erfolgreiche Teilnahme an einem Studierfähigkeitstest, dem sogenannten Test für medizinische Studiengänge - kurz TMS - können die eigene Chancen verbessert werden. Das Ergebnis fließt in das Auswahlverfahren verschiedenes Unis mit ein.

    Die Teilnahme am Test ist kostenpflichtig (50 Euro). Der Test wird jährlich an verschiedenen Testorten deutschlandweit abgenommen. Der nächste TMS findet am 7. Mai 2011 statt.

    Weitere Informationen zum TMS

     

    Für jede Hochschule mit ihren jeweiligen Auswahlkriterien werden Ranglisten der Bewerber erstellt - sind Bewerber ranggleich wird nach Dienst (also z.B. Wehrdienst, Zivildienst, Freiwilliges soziales Jahr, min. zweijähriger Dienst als Entwicklungshelfer, Pflege oder Betreuung eines leiblichen/adoptierten minderjährigen Kindes oder sonstigen pflegebedürftigen Angehörigen) und Los entschieden.

    Wer an seiner erstgenannten Hochschule keine Zulassung erhalten hat, rutscht in die Auswahl seiner zweitgenannten (mit ihren eventuell eigenen Kriterien), usw.
    Eine Entscheidungsmöglichkeit bei mehreren Zulassungen im Auswahlverfahren der Hochschulen besteht nicht. Wenn für einen Bewerber mehrere Zulassungsmöglichkeiten bestehen, gilt die Zulassung immer nur für die Uni mit der höchsten Ortspräferenz. Z.B. bei einer Zulassung für den 2. und den 4. Ort erfolgt der Bescheid nur für den 2. Ort.

    Für weitere Informationen und Nachfragen:

    Anschriften der Hochschulen, für die hochschulSTART Plätze vergibt (PDF) 

     

    Das Ergebnis der Studienplatzvergabe

    Das Ergebnis der Bewerbung wird aus rechtlichen Gründen immernoch per Post den häuslichen Briefkasten erreichen, jedoch kann man - wenn man es nicht erwarten kann - in seinem persönlichen Bereich unter www.hochschulstart.de online schon am Versandtag seine Resultate einsehen. So erspart man sich zwei lästige Tage des Wartens.

     

    Ablauf des Bescheidversands

    Im AdH gibt es wie oben erwähnt verschiedene Kriterien. Einige lassen sich sofort zwischen den Bewerbern abgleichen (sogenannte numerische Kriterien),wie beispielsweise die Einzelnoten oder eine Bonierung einer Berufsausbildung. Andere, wie die Durchführung von Auswahlgesprächen, erfordern mehr Zeit.

    Um nicht auf die letzte Hochschule (und deren Rangliste) warten zu müssen, werden die Studienplätze nun in zwei Stufen vergeben:

    Erste Stufe:

    Die numerischen Ranglisten einiger Hochschulen liegen vor.

    Wichtig: Zur 1. Stufe werden nur Zulassungsbescheide und keine Ablehnungsbescheide verschickt.

    Zweite Stufe:

    Die restlichen Bewerber erhalten ihren Bescheid.

    Nachrückverfahren

    Werden Studienplätze nicht angenommen, werden im Namen der Hochschulen von hochschulSTART zwei aufeinanderfolgende Nachrückverfahren durchgeführt:

    1. Freie Plätze werden an die nächsten Bewerber auf der Rangliste vergeben.

    2. Sollten dann noch Studienplätze nicht angenommen worden sein, werden diese noch anschließend vergeben.

    Die Hochschulen verzichten ausdrücklich auf Erklärungen oder die Nennung von Gründen, sollte der Studienplatz nicht angenommen werden.

     

    Ablehnungsbescheid

    Bei Nichterhalt eines Studienplatzes werden den Bewerbern Bescheide zugeschickt, auf denen auch ihr jeweiliger Rangplatz und der Grenzrang (also der letzte zugelassene Bewerber) ersichtlich sind.

    Die Auswahlgrenzen entscheiden sich für jedes Semester neu anhand der Qualifikation der konkurrierenden Bewerber, und sind sowohl von der Anzahl der Bewerber sowie von Studienplätzen abhängig.

    An jedem Verfahren nehmen alte und neue Bewerber teil, so dass sich der eigene Rangplatz je nach Bewerberlage verbessern oder verschlechtern kann.

     

    Losverfahren und Studienplatzbörse

    Sollten auch nach dem zweiten Nachrückverfahren noch Plätze frei sein, vergeben die Hochschulen diese im Losverfahren. Für diese Restplätze ist unter der Internetadresse www.freie-studienplaetze.de eine Börse eingerichtet worden, auf der die Hochschulen noch verfügbare Studienplätze einstellen können.

    Hier muss man direkt mit den Hochschulen in Kontakt treten, indem man eine formlose, schriftliche Mitteilung formuliert oder - je nach Hochschule - ein eventuell vorhandenes Online-Formular ausfüllt.

    Mehr dazu auf:

    www.freie-studienplaetze.de

    Mit Losglück zum Studienplatz (PDF) 

     

    Ausländische Studienbewerber

    Die ausländischen Studienbewerber, die den deutschen Bewerbern gleichgestellt sind - z.B. EU-Bürger, Bewerber Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums (z. B. aus Island, Liechtenstein oder Norwegen) und Bewerber mit deutscher Hochschulzugangsberechtigung - nehmen am regulären Auswahlverfahren teil. Wenn sie ihre Hochschulzugangsberechtigung außerhalb Deutschlands erworben haben, sollten beim Kultusministerium ihres Bundeslandes eine bundesweit gültige Anerkennungbescheinung beantragen.

    Studienbewerber mit einem Wohnsitz im Ausland, die in Nordrhein-Westfalen studieren möchten, müssen sich an die Anerkennungsstelle NRW richten.

    Wenn diese Bescheinigung in Form einer amtlich beglaubigten Kopie eingereicht wird, kann diese wie auch eine dort vermerkte deutsche Durchschnittsnote von hochschulSTART berücksichtigt werden.

    Ansonsten erfolgt die Feststellung der Hochschulzugangsberechtigung und die Berechnung der Durchschnittsnote durch hochschulSTART. Jedoch muss hierfür das ausländische Zeugnis in amtlicher deutscher Kopie und Übersetzung vorliegen.

    Mehr dazu unter:

    Mit ausländischem Pass an deutsche Hochschulen (PDF)

     

    Angaben zu einem absolvierten Dienst

    Wer vor dem 31. Oktober 2010 einen Dienst beendet hat, hat Chancen für eine bevorzugte Auswahl nach einem Dienst, welcher als nachrangiges Auswahlkriterium berücksichtigt wird.

    Als Dienst gilt:

    • Wehrdienst
    • Zivildienst
    • Freiwilliges soziales Jahr, freiwilliges ökologisches Jahr, Europäischer Freiwilligendienst, etc.
    • Mindestens zweijähriger Dienst als Entwicklungshelfer
    • Bis zu dreijährige Pflege oder Betreuung eines leiblichen/adoptierten minderjährigen Kindes oder sonstigen pflegebedürftigen Angehörigen

    Die mehrmalige Ableistung von freiwilligen Diensten wird nicht gefördert.

    Wer mehrere Dienste nacheinander geleistet hat, sollte im Zulassungsantrag den zuerst geleisteten angeben; und den weiteren auf einem gesonderten Blatt erläutern, das mit dem Ausdruck des Zulassungsantrags zurück an hochschulSTART geschickt werden muss.

    Einzige Ausnahme: Wer nach einem Wehrdienst einen Zivildienst geleistet hat, gibt im Antrag gleich die gesamte Dienstzeit an.

    Weiter Hinweise hierzu unter:

    Die freiwilligen Dienste (PDF) 

     

    Bewerbungsfristen und weitere Informationen

    Die Termine für die Bewerbungen findest du hier.

    Auf den Infoseiten der hochschulstart-Seite finden sich alle wichtigen Informationen rund um die zulassungsbeschränkten Studiengänge.

    hochschulSTART Infobroschüren

    Hinweis: Die Angaben dieser Seite sind sorgfältig recherchiert worden, für die Richtigkeit und Aktualität übernehmen wir allerdings keine Gewähr!

     

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