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  • Julia Schollbach
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  • 02.06.2015

Wie bereite ich mich am besten aufs Physikum vor?

Das Physikum – die erste große Hürde im Medizinstudium. Wir haben Kliniker gefragt, wie sie sich auf die 1. Ärztliche Prüfung vorbereitet haben und welche Tipps sie für Vorkliniker haben.

 

Carolin, 7. Semester

> Wie hast du dich aufs Physikum vorbereitet?

Ich habe mich etwa vier Monate auf das Physikum vorbereitet und hauptsächlich Medilearns benutzt, die mir auch schon von den höheren Semestern empfohlen wurden. Besonders für Physiologie, Biochemie und Psychologie findet man sehr verständliche Erklärungen. Für Anatomie habe ich ausführlicher mit dem Prometheus und dem Taschenbuch Histologie (Lüllmann-Rauch) gelernt.

> Was sollte man während der Vorbereitung beachten?

Beschränke dich auf die wichtigsten Inhalte, nehme keine dicken Wälzer mehr in die Hand und verzweifle nicht an Fächern wie Physik oder Embryologie. Schaffe dir eine angenehme Lernatmosphäre und wiederhole den Stoff mehrere Male über Wochen.

> Würdest du im Nachhinein genauso wieder lernen?

Die von mir genutzten Bücher würde ich auf jeden Fall nochmal verwenden und auch früh genug anfangen, um möglichst oft alles wiederholen zu können. Allerdings würde ich wohl mehr Pausen machen, um den Kopf frei zu bekommen. Rückblickend war ich oft zu versessen aufs Lernen.

> Ein Geheimtipp zum Schluss?

Besonders für die mündliche Prüfung empfehle ich kleine Lerngruppen. Trefft euch abends nach einem intensiven Lerntag und fragt euch gegenseitig einzelne Themen ab. Nur so lässt es sich überprüfen, ob du wirklich alles verstanden hast.

 

 

 

Falk, 5. Semester

> Wie hast du dich aufs Physikum vorbereitet?

Während viele meiner Kommilitonen täglich acht Stunden am Stück gelernt haben, habe ich mir den Lernstoff in viele kleine Portionen eingeteilt. Dazu eigneten sich die Endspurt-Skripte von Thieme von ideal: Verteilt auf drei Monate, ergab sich so ein gut machbares Tagespensum. Gekreuzt habe ich dann immer abends und konnte so gleich kontrollieren, ob ich ein Themengebiet verstanden habe.

> Was sollte man während der Vorbereitung beachten?

Jeder wird irgendwann an einen Punkt kommen, an dem er vor lauter Kreuzen nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Da hilft nur: Dran bleiben! Wenn du das Physikum erstmal bestanden hast, hat es sich auch gelohnt.

> Würdest du im Nachhinein genauso wieder lernen?

Für mich war die Entscheidung, mit den Endspurt-Skripten zu lernen, genau richtig. Ich mag einfach keine dicken Bücher, sondern konzentriere mich lieber auf das Wesentliche. Und: Man kann nie genug "Kreuzen"!

> Ein Geheimtipp zum Schluss?

Vergiss nicht, dir auch mal eine Pause zu gönnen. Es haben schließlich schon so viele das Physikum bestanden - warum solltest du das nicht auch schaffen?

 

 

 

Elisabeth, 7. Semester

> Wie hast du dich aufs Physikum vorbereitet?

Angefangen mit Lernen habe ich zwei bis drei Monate vorher, richtig auswendig gelernt habe ich aber erst einen Monat vorher mit einer Mischung aus Medilearns, dem Physiologie-Taschenbuch und dem Horn in Biochemie, beides von Thieme. Anatomie habe ich erst direkt vor dem Mündlichen begonnen, allerdings habe ich bereits das ganze vierte Semester über als Tutor beim Präparierkurs gearbeitet. Für Psychologie, Biologie, Chemie und Physik habe ich nur Medilearns verwendet.

> Was sollte man während der Vorbereitung beachten?

Immer versuchen, den Überblick zu bewahren und sich nicht in Kleinigkeiten verlaufen. Es ist besser, unwichtigere Gebiete wegzulassen und dafür bei den großen Themen zu punkten.

> Würdest du im Nachhinein genauso wieder lernen?

Mit meiner Literaturauswahl bin ich ganz gut zurechtgekommen, ich würde aber von Beginn an mit mehr Struktur lernen, um am Ende nicht in Zeitnot zu geraten.

> Ein Geheimtipp zum Schluss?

Sich nicht stressen lassen, sein eigenes Ding durchziehen und sich jeden Abend vor dem Schlafengehen sagen, dass es bald vorbei ist!

 

 

 

  

Michael, 5. Semester

> Wie hast du dich aufs Physikum vorbereitet?

Anatomie und Histologie habe ich von Beginn des vierten Semesters an gelernt, da ich Tutor beim Präparierkurs war - enorm hilfreich. Physiologie habe ich einmal pro Woche zusammen mit einer Freundin durchgesprochen. Mit Biochemie habe ich erst Mitte Januar angefangen.
Für die großen Fächern habe ich auch mit großen Büchern gelernt (Schiebler, Prometheus, Duale Reihe Anatomie, Löffler/Petrides, Schmidt/Lang/Heckmann) sowie aus den Medilearns ein Gerüst im Kopf erstellt. Sozusagen meine Bibeln der Vorklinik waren aber die Kurzlehrbücher Biochemie sowie Anatomie/Embryologie und das Taschenlehrbuch Physiologie aus dem Thieme Verlag.
Karteikarten habe ich ebenfalls viele geschrieben - aber fragt mich mal jemand, wie viele ich davon auch ein zweites Mal angeschaut habe …

> Was sollte man während der Vorbereitung beachten?

Ursprünglich habe ich mich immer den Medilearns und der Endspurt-Reihe verwehrt: Ich dachte, dass man mit solchen Ultrakurzlehrbüchern einfach nichts verstehen würde. Rückblickend würde ich sie dennoch jedem ans Herz legen, da ich vor allem dank dieser Mini-Lehrbücher oft erst größere Zusammenhänge verstanden habe; auch wenn diese Skripte nicht ausreichen, um den Vorklinik-Stoff wirklich nachhaltig zu durchdringen.

> Würdest du im Nachhinein genauso wieder lernen?

Ich würde früher mit den Nebenfächern Chemie und Biologie beginnen, da hier große Schnittflächen mit Biochemie, Embryologie und Histologie vorhanden sind – so lässt sich später Zeit sparen.

> Ein Geheimtipp zum Schluss?

Regelmäßiger Schlaf ist wirklich ein Segen, ebenso wie gleichmäßig verteilte sinnvolle Pausen und wenigstens ein freier Tag alle zehn Tage.

 

 

 

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