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  • Max Lippert
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  • 15.12.2020

Yes we can! – The path to USMLE

Das amerikanische Staatsexamen USMLE ist eine der umfangreichsten und herausforderndsten Prüfungen für Medizinstudierende in den USA. Trotz vieler Hürden, legen auch immer mehr internationale Studierende die legendären Prüfungen auf dem Weg zum amerikanischen MD ab. Die Reihe „Yes we can! – The path to USMLE“ soll ein Leitfaden rund um Fragen zum USMLE sein.

 

Part One: Warum das USMLE ablegen?

Das United States Medical Lincensing Examination (USMLE), gliedert sich in 3 große Prüfungen:

Step 1:
Das erste Staatsexamen namens Step 1 legen US-Studierende, ähnlich wie in Deutschland das Physikum, nach zwei Jahren ab. Die Prüfung dauert acht Stunden am PC im Multiple-Choice-Verfahren. Die Schnittmenge vom deutschen Physikum zum Step 1 liegt jedoch lediglich bei ca. 30 %. Dies liegt vor allem daran, dass das Medizinstudium im angloamerikanischen Sprachraum von Anfang an sehr klinisch orientiert ist. Zudem nimmt das Fach „Pathology“  im Step 1 nahezu 50 % des Prüfungsinhalts ein.
Wer allerdings dabei „nur“ an klassische Histologie-Bilder denkt, wird schnell eines Besseren belehrt. „Pathology“ umfasst neben dem histophatologischen Lehrstoff zusätzlich noch die klinischen Pathologien. Darunter fällt zum Beispiel das Auswerten von Röntgenbildern oder das Erkennen von krankhaften Herzgeräuschen.
Zum weiteren Inhalt des USMLE Step 1 wird in einem weiteren Teil der Reihe genauer eingegangen.

Step 2: Der zweite Abschnitt teilt sich wiederum in zwei Prüfungen:

-Step 2 CK (Clinical Knowledge):
Ebenfalls findet diese Prüfung im Multiple-Choice-Verfahren statt und umfasst nun rein   klinisches Fachwissen, ähnlich dem 2. Abschnitt der Ärztlichen Prüfung in Deutschland.
-Step2 CS (Clinical Skills):
Der zweite Abschnitt des Step 2 ist eine praktische Prüfung, bei der man in 10 Stationen unterschiedliche Schauspielpatienten mit verschiedensten Symptomen begegnet. Zum Bestehen dieser Prüfung muss eine Anamnese, sowie eine genaue Untersuchung mit anschließender Behandlungsempfehlung erstellt werden. Dieses Prüfungsformat ähnelt den in Reformstudiengängen durchgeführten OSCE’s wie sie zum Beispiel an der Universität Witten-Herdecke oder der Medizinischen Hochschule Brandenburg durchgeführt werden.


Step3:

Der letzte Abschnitt des amerikanischen Staatsexamens ist ebenfalls eine klinische Multiple-Choice Prüfung. Die meisten amerikanischen Studierenden legen diese Prüfung in ihrem PGY-1 (erstes Jahr der Facharztausbildung) ab. Wer als internationaler Studierender eine Residency (Facharztausbildung) in den USA anstrebt, sollte diese noch vor der Bewerbung ablegen. Dies hat zwei Gründe: Als internationaler Bewerber ist man grundsätzlich etwas im Nachteil, da vor allem große Kliniken mit hoher Reputation (Mayo Clinic, Johns Hopkins, Massachusetts General Hospital, etc...) vorwiegend Absolventen aus US Medical Schools und vor allem aus der Ivy League zu den Vorstellungsgesprächen einladen. Hat man aber neben einem soliden Step 1 und Step 2 Score auch noch einen guten bis sehr guten Step 3 vorzuweisen, steigen die Chancen, einen der heißbegehrten Ausbildungsplätze zu ergattern. Der andere Grund ist dabei wesentlich pragmatischer: Durch das erfolgreiche Bestehen des Step 3 könnt ihr ein sogenanntes H1-Visa beantragen, das euch ermöglicht, in den USA die Facharztausbildung zu beginnen.

 

Was ist aber, wenn ihr gar keine Facharztausbildung in den USA beginnen wollt, sondern nur eine Famulatur oder als Assistenzarzt ein Teil eurer Facharztausbildung in den USA absolvieren wollt?

Um in den USA offiziell eine Famulatur absolvieren zu dürfen, müsst ihr meist den USMLE Step 1 vorweisen. Dies wird umso wichtiger, wenn ihr euch über den gängigen Bewerbungsvorgang der US-Kliniken für eine „Rotation“ bewerbt und nicht über „Connections“ an diese gelangt.
Sollte die Klinik, in der ihr später arbeitet, Verbindungen zu US-Kliniken pflegen, ist es nicht unüblich, dass ihr zum Beispiel für einen Forschungsaufenthalt in die USA gehen dürft. Wollt ihr zudem klinisch tätig sein, müsst ihr ebenfalls den Step 1 vorweisen können.

 

Kann ich auch ohne Step 1 in den USA medizinisch tätig zu werden?

Ja! Wenn ihr zum Beispiel in einem Forschungslabor der großen US-Unikliniken Forschung betreiben wollt, ist dafür ein Ablegen des Step 1 nicht nötig.
Wollt ihr klinische Erfahrung sammeln, dann könnt ihr dies über ein sogenanntes Observership tun. Dies bedeutet, dass ihr den Ärzten „über die Schultern schaut“, selber am Patienten aber nicht tätig werden dürft.

Solltet ihr euch also für die USA aus medizinischem Standpunkt interessieren, gibt es viele Wege zum Ziel. Es ist dabei nicht immer gleich nötig, das entsprechende Staatsexamen zu absolvieren. Trotzdem empfehle ich euch das USMLE, weil ihr dadurch einen gewaltigen Wissensvorsprung bekommt und ihr euch die Möglichkeit, in den USA zu praktizieren eröffnet.
 

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