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  • Victoria Ziesenitz
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  • 16.11.2017

Eine Checkliste für das Pflegepraktikum

Mario Strammiello absolvierte vor seinem Medizinstudium eine Ausbildung zum Krankenpfleger und arbeitete bis zum Beginn des Praktischen Jahres in der Pflege. Er erstellte eine Checkliste für das Krankenpflegepraktikum, die Praktikanten und Pflegepersonal als Orientierungshilfe während des Pflichtpraktikums dienen soll. Die Checkliste ist auch vom Deutschen Pflegerat anerkannt worden.

Hier kannst du dir die Checkliste als pdf herunterladen

Interview mit dem Initiator der Checkliste

Der Heidelberger Medizinstudent Mario Strammiello hat einen Ausbildungskatalog für Medizinstudenten im Pflegepraktikum erarbeitet. Er hat selbst als Krankenpfleger gearbeitet und kennt die Situation im Pflegepraktikum also von beiden Seiten. Mittlerweile ist er selbst im Praktischen Jahr, die Checkliste gibt es immer noch. Auch der Pflegerat hat den Ausbildungskatalog anerkannt, der sowohl für die Pflegekräfte als auch für die Medizinstudenten nützlich ist. Die Angaben in der Checkliste sind allerdings nicht bindend und müssen auch nicht für die 1. Ärztliche Prüfung vorgelegt werden.

> Warum hast du damals diese Checkliste erstellt?

In einigen Kliniken habe ich bemerkt, dass oftmals weder Studenten noch Pflegepersonal das Ziel des Pflegepraktikums im Medizinstudium kennen. Das führte dazu, dass Praktikanten hauswirtschaftliche, patientenferne Hilfstätigkeiten verrichten mussten, was nicht unbedingt motivierend ist. Andererseits habe ich auch Praktikanten kennen gelernt, die ausschließlich ärztliche Tätigkeiten verrichten wollten. Also habe ich die Checkliste mit Unterstützung der Krankenpflegeschule am Psychiatrischen Zentrum Nordbaden in Wiesloch, wo ich auch meine Ausbildung absolviert hatte, erstellt. Diese wurde in das Heidelberger Intranet ATHENA eingestellt. Kurze Zeit später traf ich Max Pattmöller, den Vorsitzenden des Ausschusses der Medizinstudierenden im Hartmannbund, und habe mit ihm über diese Thematik gesprochen. Da von Seiten des Hartmannbundes ein solches Projekt angedacht war, beschlossen wir, diese Liste entsprechend weiter zu entwickeln.

> Wie hast Du als Pfleger denn die Pflegepraktikanten erlebt?

Gemischt, aber die meisten Studenten waren doch sehr interessiert und aufgeschlossen.

> Wie sollten die Medizinstudenten aus Sicht der Pflegenden sein?

Sie sollten engagiert sein und sich gerne einbringen, Interesse für pflegerische Tätigkeiten zeigen und mit anpacken. Die Studenten sollten sich jedoch vor Augen halten, dass das Pflegepraktikum keine Famulatur ist, sondern eben ein Einblick in pflegerische Tätigkeiten und den Krankenhausalltag.
Die Pflegenden wissen, was das Ziel des Praktikums ist und welche Stationen der Student durchlaufen sollte. Sie können ihn ähnlich wie einen Auszubildenden anleiten. Idealerweise wird ihm ein Mentor zur Seite gestellt.

> Welches Ziel sollten die Studenten mit der Checkliste anstreben?

Die Praktikanten sollen anhand eines Kataloges mit Vorschlagscharakter ein strukturiertes Praktikum absolvieren können und wichtige Pflegemaßnahmen gesehen bzw. durchgeführt haben. Sie haben die Möglichkeit, einen Katalog "abzuarbeiten", der patientennahe Tätigkeiten beinhaltet. Das Verständnis für das Tätigkeitsfeld der Pflege soll geweckt werden. Die Studierenden sollen einen Einblick in den komplexen Pflegeprozess bekommen.

> Wie war denn das Feedback zur Checkliste?

Im Saarland hat Max Pattmöller über 100 Exemplare der Checkliste verteilt und im Internet gab es ebenfalls zahlreiche Downloads. Als die Checkliste dem Deutschen Pflegerat vorgestellt wurde, wurde sie gleich angenommen. Dadurch hat sie einen offizielleren Charakter bekommen. Die Checkliste eignet sich vor allem für allgemeine Innere oder chirurgische Stationen.

> Ist denn noch eine Erweiterung für weitere Spezialbereiche wie Geburtshilfe oder Kinderheilkunde geplant?

Primär nicht, da der Schwerpunkt des Praktikums ja eher auf häufigen, grundpflegerischen Tätigkeiten liegt, die in fast allen Fachbereichen vorkommen. Aber wenn Bedarf besteht, kann man das sicherlich noch einmal überdenken.

 

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